Es regnet gerade in Buenos Aires, ziemlich heftig sogar. Ich hoffe es wird nachher nicht unerträglich schwül. Hier ist es jetzt 11:32, daher habe ich mir einen Kaffee gemacht und starte meine Zeitreise.


Mercado heißt eigentlich Markt, so ein Markt wo man Gemüse, Früchte und so bekommt. Ein Markt mit Kunstgegenständen, Antiquitäten oder solche die sich dafür halten, heißt Feria.
Einer der weltweit schönsten Märkte ist die Feria San Pedro Telmo in Buenos Aires. Am letzten Sonntag, der Markt findet immer Sonntags statt, war ich dort.
San Telmo ist zentral gelegen und ein kleiner Platz um den sich schöne alte Häuser gruppieren. In den von diesem Platz abgehenden Straßen befinden sich Galerien, Werkstätten und Ateliers. Man kann in diese Häuser gehen, diese haben einen großen mitunter nach oben offenen Innenhof und viel Zimmer, in denen die jeweiligen Schätze ausgestellt sind.
Bei einigen der Ausstellungsstücke würde man eher vermuten, hier wurde schon seit Jahren nicht mehr aufgeräumt, aber offenbar gibt es buchstäblich für alles Käufer. Wirklich für alles….
Von diesem Platz geht eine zentrale Straße ab – La Defensa – diese geht bis zum Hauptplatz von Buenos Aires – dem Plaza de Mayo. Ungefähr 3 Kilometer. Sonntags, wenn die Feria San Telmo stattfindet, werden dann auch links und rechts auf den Straßenseiten von La Defensa Stände aufgebaut und alle möglichen Dinge verkauft.
Für San Telmo selbst besteht die Bedingung, dass nur Dinge vor 1970 und ausgewiesene Kunstgegenstände verkauft werden dürfen. Das wird aber flexibel gehandhabt. Auf La Defensa finden sich dann aber durchaus auch die üblichen Produkte, wie T-Shirts, Gürtel, Sonnenbrillen, aber auch alles möglich andere.
La Defensa und der Platz San Telmo sind pflastertechnisch irgendwie noch in der Kolonialzeit stehen geblieben. Flip-Flops werden wohl ungefähr eine halbe Stunde durchhalten. Offene Sandalen länger, aber dann am Abend mehr blaue Flecken als heile Haut aufweisen. Festes Schuhwerk ist angesagt.
Ab 18 Uhr werden die Stände abgebaut und ab 20 Uhr fangen die Einheimischen dann an auf dem Platz Tango zu tanzen. Erst ein paar Profis, um die Stimmung festzulegen, dann die breite Menge, ca. 20 Paare, das hat durchaus etwas sehr romantisches. Auch wenn die Paare meist etwas betagter sind.
Was auch hier betrüblich stimmt sind die Leute, die um Unterstützung bitten. Ich bin ca. 20 mal direkt oder indirekt angesprochen worden. Die Männer kommen meist mit einem Paket Taschentücher und bitten direkt um einen Kauf. Das macht Sinn, beide Seiten wahren ihr Gesicht. Er verkauft etwas, ich kaufe etwas. So ist das keine Bettelei, sondern ein Geschäft. Die Frauen, und leider auch Kinder, ab ca. 6 Jahren legen billige Kulis oder Klebebilder auf den Tisch. Die kann man dann auch gegen einen kleinen Obulus erwerben oder wenn nicht, sammeln die Frauen und Kinder ihre „Ware“ kommentarlos wieder ein.



















































Ich habe verschiedene Dinge auf dem Markt gekauft. Ich muss mich da bremsen, sonst muss ich einen eigenen Cargo Transporter für den Rückflug mieten. Meinen skurillen schuppigen Freund von hier:

Und dann noch das schönste überhaupt



















































































































