Bienvenido a Chile

Heute morgen war es dann soweit Argentinien und Mendoza zu verlassen. Ich kann Argentinien sehr empfehlen, hat mir sehr gut gefallen. Fröhliche, offene und herzliche Leute, gutes Essen, hervorragender Wein und beeindruckende Landschaften. Elio, der Vermieter des Apartement, ein netter Typ, in etwa meines Alters, der mir viele gute Tips für Mendoza gegeben hat und der insgesamt drei Jobs hat, um über die Runden zu kommen, hat mich freundlicherweise zum Busbahnhof gefahren. Natürlich zu früh, gegen 8 Uhr, Abfahrt war erst gegen 9 Uhr. Die Busse haben Abfahrtsgleise, dort gibt man direkt am Bus sein Gepäck ab und bekommt dafür einen Bon, mit Nummer. Die Busses sind sehr komfortabel, insbesondere in der Cama/Full Bed Klasse, die Semi Cama/Half Bed Klasse entspricht in etwa dem, was man von Flixbus und Co. kennt.

Insgesamt dauerte die Fahrt etwa 7,5 Stunden von Mendoza nach Santiago de Chile. Bei uns in der Cama Klasse wurden auch Filme gezeigt. Hollywood Blockbuster im Original mit spanischen Untertiteln.

Ich habe bedauerlicherweise seit dem Grenzübergang nach Chile eine intensive Abneigung gegenüber Queen und und Männern in Frauenkleidern entwickelt. Es macht einfach keinen richtigen Spaß diese tollen Anden zu betrachten, während 10cm über dem Kopf Freddy in ohrenbetäubender Lautstärke Bohemian Rapsody zum Besten gibt. Da helfen selbst Ohrstöpsel nichts.

Busbahnhof Mendoza, meine Buslinie Andesmar – Online Buchung ohne Probleme, einfach E-Ticket beim Einsteigen zeigen
Cama/Full Bed Klasse
Kleine Verköstigungen für zwischendurch. Dazu gibt es dann heißes Wasser oder Cola
Es gibt da einen kleinen Grünstreifen, bei einer Stadt die Upsallata heißt, ansonsten durchweg Steine,Sträucher und Berge.
Grenzübergang Chile Los Libertadores. Man darf im übrigen weder Frücjhte noch Gemüse von Argentinien nach Chile mitnehmen. Hat mich 1 Orange zu 10 Peso und 2 Pfirsische zu 50 Peso gekostet. Ich werde es überleben, es sei denn ich sterbe jetzt an Vitaminmangel, was eher unwahrscheinlich ist..
Die chilenische Variante der holländischen Bruckgeldkassierer
Die Vegetation in den Andenausläufern auf chilenischer Seite ist deutlich anders, als auf der argentinischen. Viel sandiger, und viel mehr Kakteen.
Wirkt irgendwie afrikanisch.
Angekommen in Chile Busbahnhof, Geld wechseln ohne Probleme am Busbahnof möglich. Dann die Qual der Wahl, welches Taxi nehmen wir denn?
Ein paar Straßeneindrücke
Eingecheckt ins Apartment und mal durch die naheliegenden Straßen spaziert.
Fußgängerzone Santiago de Chile
Universität Santiage de Chile, mitten in der Stadt
Diese Form des Grills ist mir jetzt doch neu. Sah aber lecker aus.
Diese Kneipe hatte mir mein Vermieter empfohlen, wenn ich gutes chilenisches Bier trinken möchte. Hieß Guzmann oder so. Das Bier, nicht die Kneipe
War eine Empfehlung der Bedienung. Absolut nicht mein Geschmack. Fleisch mit Zwiebeln in einer penetrant süßlichen Tunke, mit labrigen Fladen eingemauert. Bäääh.
Straßenstände hat es hier auch ohne Ende, Wasser, Getränke, Fleisch frisch vom Einkaufswagengrill, Spielzeug, alles mögliche
Ein paar schöne Häuser hat es hier.

Generell ist mein erster Eindruck von der Stadt positiv, quirlig, ein buntes Gemisch an Hautfarben, Körpergrößen und Sozialstatus.

Der erste Eindruck der Leute ist nicht so positiv. Unfreundlich, unhöflich, ernst, schon fast deprimiert. In Argentinien wurde man mit einem fröhlichen Hallo begrüßt und fröhlich verabschiedet. Wenn man hier in einen Laden geht und fröhlich Hallo sagt, wird man erst einmal begutachtet, als ob das Gesicht nicht von der aktuellen Ausgabe von „Mörder auf der Flucht“ bekannt vorkommt und dann knapp gefragt, was man will. Beim Abschied scheint es auch fast schon eine unerträgliche Überwindung zu kosten, Adios zu sagen. Eventuell ist das auch der Grund für das etwas eigenartige Verhalten des dänischen Pärchens am Busbahnhof in Mendoza, die kamen gerade aus Santiago de Chile.

Auf der Straße wird man mit ernstem, schon fast feindlichem Blick gemustert, als wenn man eine besonderst eckelige Form wässriger Ekzeme seinen Mitmenschen zumutet. Es wird hier kaum gelacht, im Gegensatz zu Argentinien und Brasilien und die Leute gehen in der Öffentlichkeit weit weniger herzlich miteinander um, auch wenn sie sich kennen.

Aber schau ma mal. Ist ja der erste Tag. Vielleicht hat mir Freddy auch nur schlechtes Karma verpasst.