Bienvenido a Chile

Heute morgen war es dann soweit Argentinien und Mendoza zu verlassen. Ich kann Argentinien sehr empfehlen, hat mir sehr gut gefallen. Fröhliche, offene und herzliche Leute, gutes Essen, hervorragender Wein und beeindruckende Landschaften. Elio, der Vermieter des Apartement, ein netter Typ, in etwa meines Alters, der mir viele gute Tips für Mendoza gegeben hat und der insgesamt drei Jobs hat, um über die Runden zu kommen, hat mich freundlicherweise zum Busbahnhof gefahren. Natürlich zu früh, gegen 8 Uhr, Abfahrt war erst gegen 9 Uhr. Die Busse haben Abfahrtsgleise, dort gibt man direkt am Bus sein Gepäck ab und bekommt dafür einen Bon, mit Nummer. Die Busses sind sehr komfortabel, insbesondere in der Cama/Full Bed Klasse, die Semi Cama/Half Bed Klasse entspricht in etwa dem, was man von Flixbus und Co. kennt.

Insgesamt dauerte die Fahrt etwa 7,5 Stunden von Mendoza nach Santiago de Chile. Bei uns in der Cama Klasse wurden auch Filme gezeigt. Hollywood Blockbuster im Original mit spanischen Untertiteln.

Ich habe bedauerlicherweise seit dem Grenzübergang nach Chile eine intensive Abneigung gegenüber Queen und und Männern in Frauenkleidern entwickelt. Es macht einfach keinen richtigen Spaß diese tollen Anden zu betrachten, während 10cm über dem Kopf Freddy in ohrenbetäubender Lautstärke Bohemian Rapsody zum Besten gibt. Da helfen selbst Ohrstöpsel nichts.

Busbahnhof Mendoza, meine Buslinie Andesmar – Online Buchung ohne Probleme, einfach E-Ticket beim Einsteigen zeigen
Cama/Full Bed Klasse
Kleine Verköstigungen für zwischendurch. Dazu gibt es dann heißes Wasser oder Cola
Es gibt da einen kleinen Grünstreifen, bei einer Stadt die Upsallata heißt, ansonsten durchweg Steine,Sträucher und Berge.
Grenzübergang Chile Los Libertadores. Man darf im übrigen weder Frücjhte noch Gemüse von Argentinien nach Chile mitnehmen. Hat mich 1 Orange zu 10 Peso und 2 Pfirsische zu 50 Peso gekostet. Ich werde es überleben, es sei denn ich sterbe jetzt an Vitaminmangel, was eher unwahrscheinlich ist..
Die chilenische Variante der holländischen Bruckgeldkassierer
Die Vegetation in den Andenausläufern auf chilenischer Seite ist deutlich anders, als auf der argentinischen. Viel sandiger, und viel mehr Kakteen.
Wirkt irgendwie afrikanisch.
Angekommen in Chile Busbahnhof, Geld wechseln ohne Probleme am Busbahnof möglich. Dann die Qual der Wahl, welches Taxi nehmen wir denn?
Ein paar Straßeneindrücke
Eingecheckt ins Apartment und mal durch die naheliegenden Straßen spaziert.
Fußgängerzone Santiago de Chile
Universität Santiage de Chile, mitten in der Stadt
Diese Form des Grills ist mir jetzt doch neu. Sah aber lecker aus.
Diese Kneipe hatte mir mein Vermieter empfohlen, wenn ich gutes chilenisches Bier trinken möchte. Hieß Guzmann oder so. Das Bier, nicht die Kneipe
War eine Empfehlung der Bedienung. Absolut nicht mein Geschmack. Fleisch mit Zwiebeln in einer penetrant süßlichen Tunke, mit labrigen Fladen eingemauert. Bäääh.
Straßenstände hat es hier auch ohne Ende, Wasser, Getränke, Fleisch frisch vom Einkaufswagengrill, Spielzeug, alles mögliche
Ein paar schöne Häuser hat es hier.

Generell ist mein erster Eindruck von der Stadt positiv, quirlig, ein buntes Gemisch an Hautfarben, Körpergrößen und Sozialstatus.

Der erste Eindruck der Leute ist nicht so positiv. Unfreundlich, unhöflich, ernst, schon fast deprimiert. In Argentinien wurde man mit einem fröhlichen Hallo begrüßt und fröhlich verabschiedet. Wenn man hier in einen Laden geht und fröhlich Hallo sagt, wird man erst einmal begutachtet, als ob das Gesicht nicht von der aktuellen Ausgabe von „Mörder auf der Flucht“ bekannt vorkommt und dann knapp gefragt, was man will. Beim Abschied scheint es auch fast schon eine unerträgliche Überwindung zu kosten, Adios zu sagen. Eventuell ist das auch der Grund für das etwas eigenartige Verhalten des dänischen Pärchens am Busbahnhof in Mendoza, die kamen gerade aus Santiago de Chile.

Auf der Straße wird man mit ernstem, schon fast feindlichem Blick gemustert, als wenn man eine besonderst eckelige Form wässriger Ekzeme seinen Mitmenschen zumutet. Es wird hier kaum gelacht, im Gegensatz zu Argentinien und Brasilien und die Leute gehen in der Öffentlichkeit weit weniger herzlich miteinander um, auch wenn sie sich kennen.

Aber schau ma mal. Ist ja der erste Tag. Vielleicht hat mir Freddy auch nur schlechtes Karma verpasst.

Las Cordilleres des Andes

Heute war eine Tour in die Anden angesagt. Männermordernde Uhrzeit der Abfahrt, 7:15. Das war dann wohl eher argentinische Zeit, es wurde dann 7:50. Sei es drum, ich habe Urlaub und Zeit. Es ging dann in einem Kleinbus erst mal 2 Stunden in die Anden, erst Landstraße, dann die Ausläufer und dann war man mittendrin. Da das Internet hier wirklich schlecht ist, nur ein paar Bilder. Kein Wunder, dass es hier soviele Buchläden gibt. Ein E-Book runterzuladen, würde vermutlich von Weihnachten bis Weihnachten dauern. Die restlichen Bilder kommen dann in den nächsten Tagen, oder wenn ich ab Mittwoch in Santiago der Chile bin.

Es hat im übrigen gerade – 22 Uhr Ortszeit – angefangen zu regnen. Vermutlich ein Feiertag hier, die ganze Provinz lechzt nach Regen.

Da fährt man dann mit obigem Gefährt hoch. Nix asphaltiert oder Schutz zum Abgrund. Das war schon etwas abenteuerlich.
Ein unentbehrlicher Reisebegleiter

La Tierra del Sol y el Vino

La Tiera del Sol y el Vino ist das offizielle Motto von Mendoza. Sol gibt es hier jede Menge und sogar kostenfrei. Sol von oben, von der Seite, und man hat das Gefühl sogar von unten.

Ich wollte das mit dem Vino dann doch auch mal testen, wo ich zufällig schon man da bin und habe eine Bodega Tour gebucht. Der Manager meines Apartments hat mich darauf hingewiesen, ich sollte bei einer akreditierten Agentur in der Fußgängerzone buchen. Meine Wahl war dann Mendoza Vijaes, auch weil dort Englisch gesprochen wird. Auch wenn mein Spanisch für Alltagssituationen zunehmend tauglich wird, wenn es um detaillierte Informationen bei denen auch um Geld geht besser Englisch. Abhohlung war laut Voucher die sehr angenehmen Zeit 8:45, es wurde dann kurz nach 9, alles im Rahmen. Ein Kleinbus der mich und 4 andere zu zwei Weingütern und einem angenehmen Mittagessen bringen sollte. Mit dabei – ein Pärchen aus Brasilien aus der Nähe von Sao Paulo und Sohn und Mutter aus Peru, aber in Santiago de Chile wohnend. Eher das höherpreisige Segment, was die Tour angeht. War es aber definitiv wert.

Wenn ich schon warte, kann ich auch mal die Wasserkanäle für den Schwarzwald fotografieren
Olivenbäume und entsprechende Produkte gibt es hier auch nicht zu knapp. Da Olivenbäume 5 Jahre benötigen, bis sie zum ersten Mal Früchte tragen und eher langsam wachsen, könnte der eine oder andere Baum hier bereits zu Zeiten der französischen Revolution gestanden haben.
Einfahrt zum Weingut Trapiche, Mendoza. In Europa noch weitgehend unbekannt………. Ein echter Geheimtip………………………..
Wir waren etwas früh da und hatten bis zum Start der Tour noch 30 Minuten Zeit. Gelegenheit das Gelände unsicher zu machen
Wein, direkt vorm Haus. Hätte ich auch gerne. Malbec
Die Bodega in Frontansicht
Das hängt hier dicht an dicht, Weintrauben satt.
Sehr apart. Das Restaurant derBodega.
Auf diesen Grill passt vermutlich ein ganzes argentinisches Rind. Sieht häufig gebraucht aus.
Keine Ahnung, wie diese Vögel heißen. Ich habe sie einfach mal Hochbein Tänzer getauft. Wackeln rum, als wenn ziemlich rum.
Eingang zum Restaurant
Eingang zum Museum der Bodega Traipche
Vermutlich Element jedes Traums jedes Betriebselektrikers bei WAFIOS jenseits der 50.
Ants Attack
Der weiße Wagen ist unser Tourbus, er hat uns zu dieser Bodega und einer weiteren gebracht, danach wurden wir von einem Kollegen abgeholt
Sehr liebevoll gemacht und gepflegtes Ambiente. Warten auf die Führung duch die Bodeda.
Keine Ahnung, wie das jetzt heißt. Ich habe es einfach mal Blaue- Blüten-vor-der-Bodega-in-Mendoza getauft. Sry. Namen finden ist nicht mein Ding. Duftet auch nur schwach.
Hier gab es auch mal eine Eisenbahnstation, ist aber mittlerweile stillgelegt
Der Rote-Beeren-hängen-herunter Baum.
Ahora, die Tour beginnt
Kurze Einführung in die Technik des Weinanbaus. Das folgt der Sonneneinstrahulung. Wein der viel Sonne benötigt, wird in einer anderen Richtung angebaut, als Wein der etwas weniger Sonne benötigt. Entsprechend ist der Ausbau auch mal oben, mal unten. Klingt logisch. Ausser einem zu dieser Uhrzeit bereits medium durchgebratenem Deutschen sind ca. 8 Braslianer, 10 Argentinier, 2 Peruaner und Miss Trapiche unterwegs.
Guten Wein zu machen ist eine Kunst. Welcher Wein, mit welchem Wein im Verhältins, in welchem Fass, wie lange, bei welcher Temperatur.. Dafür gibt es Meister, diese sind hier mit kleinen Täfelchen verewigt
Miss Trapiche. Vor einer Trapiche. Einer Mühle. Daher auch der Name der Bodega. Ich hatte ja den Eindruck, sie versuchte mit mir zu flirten. Vermutlich nur eine Reminiszenz an ihre Kindheit, als sie heimlich Extranjeros gefolgt ist, die sie für lebendig gewordene Ampelmännchen hielt.
Tnks mit Ab- und Anpumpstutzen. Temperatur strikt kontrolliert. Mit etwas Kenntnis vom Weinausbau war es noch möglich dem Vortrag zu folgen. Entiendo. No Problema.
Der Boden ist glatt, sehr glatt. Klar, wenn man Fässer rollen will. Einige Bowling Bahnen wären über diesen Boden froh.
Irgendwin Kunstwerk mit Bezug zum Weingut und Wein. Hier haben meine Sprachkenntnisse nicht mehr ausgereicht.
Endstation Sehnsucht. Bodega Trapiche.
Große Fässer zum Weinausbau, bei dem der Wein dann später weiter in kleinere Fässer umgefüllt wird. Kosten für so ein Fass ~ 20.000. Nix Peso, Euro. Nur das Fass, Nix Inhalt.
Nein, keine Alien Aufzuchtstation. Eine neue Form des Weinausbaus, Andere Form, Oxidation läuft anders ab.
Von oben aus dem Degustationsraum konnte man duch eine Glasfläche im Boden die Alienbrutstationen sehen. Die Mädels wollten irgendwie nicht über die Fläche gehen. Ich fands gut.
Degustationsraum. Das wird lecker………..
Der Aussenbereich ist auch sehr ansprechend
Da hätte ich auch nichts gegen ein Barbeque.
Eine Menge junger Damen. War schon lustig, in welche Posen, die sich für Selfies geworfen haben. Generell zählen wohl nur Fotos mit Menschen drauf. Ambiente wird eher nur als Hintergrund erachtet. Auch bei älteren Semestern.
Olivenbäume, wohin man blickt
Degustationsraum. Gleich geht es los
Der Dieter Bohlen des argentinischen Weins. Mein Urteil: Mehr, viel mehr. Und viel häufiger.
Die Auswahl der Weine. Nr.1 laut Miss Trapiche der Wein, mit dem man den Tag beginnen sollte. Nr.2 war eher flach. Nr. 3 ein echter Kracher. Im übrigen ist Malbec nicht gleich Malbec. Je nach Anbaugebiet – flach erher Landwein, höhere Lage intensiv und Mindburning ein deutlicher Unterschied.
Die Mäfels wollten unbedingt mal mein CAT Smartphpne ausprobieren.
Hat Spaß gemacht, war aber Caliente

Weiter geht es zur nächsten Bodega. Die Gegend sieht erst mal sehr trocken aus.

Das ist Wein
Nö, kein Wein. Das ist Hopfen, bauen die hier auch an.
Gemütliches Cruisen. Das ist nicht vergleichbar mit dem Verkehr in Rio. Das ist einfach Cruisen
Erst mal wieder warten Degustationsraum mit Kunst ,die Besitzer der Bodega Santa Julia, Familia Zuccardi, sind sehr engagiert in Kunst und sozialen Projekten.
Die geheime Schatzkammer. Nicht zu kaufen
Hier ist das eher Industrie
Kalt, 30.000.000 Flaschen im Jahr werden abgefüllt
Alles dokumentiert.
Auf die Kunst kommt es an. Mal französichsche Eiche
Dann amerikanische Eiche. Mal hier, mal dort je nachdem, was der Weinmeister will.
War eher Massenabfertigung. Und Nein, ich möhte keine englische Übersetzung. TENGO QUE APPRENDER ESPANOL. Ist ds so schwer zu verstehen?
Nix für Vegetrarier I
Der Herr in dem blauen Shirt ist aus Brasilien aus der Nähe von Sao Paulo und hat eine Fabrik für Plastikkleinteile, mit 40 Beschäftigten, die Dame links von ihm ist seine Freundin und arbeitet als Kindergärtnerin. Der Herr mit dem schwarzen Shirt kommt aus Peru, arbeitet aber in Chile bei einer Versicherung, die Dame rechts von ihm ist seiner Mutter, die am Tag vorher Geburtstag hatte. Offenbar eine Art Geburtstageschenk. Sehr sympathisch. Der Familienname der Peruaner ist im übrgien Chang, da offenbar der wenig gelittene Erzeuger Chinse ist//war.
Argentinische Empanadas – einfach gut.
Nix für Vegetarier II
Nix für Vegetarier III
Nix für Vegetarier IV
Schönes Ambiente Bodega Santa Julia

Morgen geht es in die Anden. Hoch. 6000 Meter, mal sehen

Mendoza – It’s Caliente, Baby

Momentan sind hier 37 Grad. Für jemanden, der vor 10 Tagen in Deutschland gestartet ist doch etwas gewöhnungsbedürftig. Überraschend offenbar auch für die Einheimischen, zwischen 13 und 16 Uhr gehen hier vielfach die Rollläden runter. Dann stoppt die Stadt erst einmal. In Rio der Janeriro war es bereits heiß, aber durch die Lage am Meer ging ein Wind und es war feuchter, in Buenos Aires war es nicht so heiß, es hat sogar mal geregnet. Hier ist nur Heiß, Hot, Caliente, Backofen. Die Luft steht. Erfreulicherweise verwandelt sich mein Krebsrot in Richtung Kupfer, was die Hautfarbe betrifft. Eventuell besteht die Möglichkeit mittelfristig die Schulkinder loszuwerden, die mich für ein lebendig gewordenes Ampelmännchen halten.

Ich habe auch weiter nichts gemacht einfach mal ein wenig runterkommen. Nennt sich Urlaub, hatte ich schon lange nicht mehr.

Der Herr spielt Gitarre und singt, das ist kein Tango, eher eine Art ländliche Musik. Fußgängerzone Mendoza
Einige Herrschaften tanzen, durchaus temperamentvoll.
Eine ganz normale Allee in Mendoza, Aus einem Hop-off Hop-on Bus. Kosten für den Bus 600 Peso, Etwas weniger als 10 Euro, der bedient ca. 18 Stationen und alle halbe Stunde kommt einer vorbei.
Park in Mendoza
Überall in Mendoza finden sich Parks und dort und an den Straßen Kanäle, durch die Wasser geleitet wird. Dieses System stammt noch aus der Zeit von vor den Spaniern. Für jeden Wasserwerker aus dem Schwarzwald unbedingt sehenswert. Einige Kanäle sind allerdings trocken, da hier gerade Hochsommer ist.
Informationszentrum über Wein. in Mendoza
Die Rebsorten, die in Menoza angebaut werden.
Schau an, fast 12.000 Kilometer, ich dachte es wären mehr. Die 13.000 schaffe ich aber noch.
Mein Held. Padre del Vino
Großes Bier gibt es hier auch. Schmeckt nicht schlecht. Happy Hour 200 Peso, sonst 300. Etwas ungewöhnlich, wenn man ein großes Bier – 1 Liter Krug – bestellt, muss man seine ID Karte an der Kasse abgeben.
Maus hinter Gittern, nicht fair.
Custom Bike in Mendoza, gibt es auch elektrisch.
Busbahnhof in Mendoza. Ein ähnliches System wie in Asien, Er gibt ausgewiesene „Abfahrtsgleise“, an denen man sich einfindet. Tickets lassen sich im Busbahnhof oder Online organisieren.
Busbahnhof, ähnlich interessant wie ein Flughafen.
Die Gegend rund um den Busbahnhof soll die gefährlichste in Mendoza sein. Gegenüber Orten wie dem Frrankfurter Bahnhofsviertel oder Sihanoukville in Kambodscha wirkt das aber eher idyllisch auf mich.
Momentan ist Sommer, die Kanäle führen sehr wenig Wasser in Mendoza
Shops in der Nähe des Busbahnhofs, nichts was man irgendwie brauchen könnte.
Rock’n Roll Cover Band in der Fußgängerzone in Mendoza, Viel Halbplayback, aber eine tolle Show.
Fußgängerzone Mendoza. Chillen, runterkommen. Ich hatte Rotwein bestellt, dazu gab es Eis. Ich habe mich nicht getraut zu fragen, ob das normal ist.
Argentinisches Fleisch kommt durchgegart. Medium oder Medium Rare kennen die erst mal nicht. Aber das Fleisch ist so was von zart, das geht auch so und ist einfach nur lecker..
Plaza Indepidenzia Mendoza Freitags abends.
Fracking ist ein großes Thema in Mendoza. Hier gibt es sowieso immer Wasserknappheit. Ein Verunreinigung der Resoucen ist nicht gerne gesehen. Auch in meinem Apartement wird darauf hingewiesen, ich möge nicht länger als 5 Minuten duschen. Ich unterstütze so etwas. es geht um die Leute vor Ort und Ressoucen aus der Erde zu puhlen, für Energiegewinnung halte ich für deutlich veraltetet.
Ungeachtet dessen hat die Lady eine brilliante Show abgeliefert, voller Espirt und mit viel – wie will man sagen – etwas das halt was anspricht.
Mr. Dog war das aber egal. Es war schon eine eigene Show für Entspanntheit, wie er dort gelegen ist..
Sehr entspannt und chillig Freitag abend auf dem zentralen Platz in Mendoza. Eltern spielen mit ihren Kindern, Kinder spielten mit Kindern.
Die argentinische Joan Baez war dann auch noch da. Konnte aber besser singen.
Nanu?
So ist besser.
Hyatt Mendoza. Wohl die erste Adresse am Platz.
Bisschen Cat Content. Das ist die erste Katze, die ich in Südamerika gesehen habe. Weder in Rio noch in Buenos Aires waren Katzen zu sehen. Aber vielleicht ist es ihnen nur zu heiß und sie liegen irgendwo ru

Samstag Abend ist die Innenstadt eher Assi Zone. Nachdem ich zwei Schlägereien erlebt habe, eine bei dem einer nicht mehr aufgestanden ist, bin ich dann doch lieber ins Apartment. Auch die Straßencafes und Kneipen sind weniger frequentiert. Dafür viele auf der Straße, die ich mal ganz vorurteilsbehaftet als dumm, jung, ungebildet und einfach nur blöde bezeichnen würde. Das ist dann wohl auch Südamerika, gibt es auch in Frankfurt nach Mitternacht, aber war schon etwas krass gegen 20 Uhr. Polizei, die während der Werktage allenthalben präsent war, ist wohl auch schon im Wochenende

Viva Mendoza Argentina

Mittlerweile bin ich in Mendoza dann doch angekommen. Gestern gegen 23:30, empfangen von einer sehr netten Dame, etwas älteren Jahrgangs, die mir alles mögliche erklärt hat, auf spanisch. Ein paar Sachen konnte ich verstehen, etwa, dass es drei Schlüssel gibt, Apartment, Aussentür, Gittertür zur Straße. Air Con, Kühlschrank. Der Rest kam mir einfach nur Spanisch vor. Da es aber 23:30 war, habe ich zu allem erst einmal Ja -Si gesagt. Ich hoffe, ich bin dadurch nicht unverhofft zu mehreren Hektar Land im Umkreis von Mendoza gekommen.

Das Apartment ist sehr nett, liebvoll eingerichtet, recht groß, ca. 50qm, hat einen großen Wohnbereich, Dekor an den Wänden, einen großen Balkon und liegt ca. 1 Kilometer vom zentralen Platz in Mendoza. Bilder versuche ich später zu schicken, das Internet ist hier einfach zu lahm. Jetzt erst einmal Abenteuer Wäscherei./Lavenderia.

Morgens um 9 Uhr Fußgängerzone Mendoza. Das schreit nach Frühstück.
Richtig chillig wird es zwischen 13 und 16 Uhr, dann gehen hier sogar in vielen Läden die Rollläden runter, Man liegt dann zwanglost auf einer Parkbank oder trifft sich mit Freunden zum Quatschen in der Bar oder im Cafe.
Die Busse halten regelmäßig in der Fußgängerzone in Mendoza. Ich werde das morgen mal ausprobieren.
Das nennt sich Desayunar. Frühstück, Und nein, das nennt sich nicht Croissant. Das sind Media de Lunas – Halbmonde. Für 180 Peso – inklusive Trinkgeld. Je nach Marvins Manipulation der Wechselkurse zwischen 2 und 3 €.
Es gibt hier verblüffend viele Buchläden. Auf einer Strecke von 200 Metern habe ich 5 gezählt, Auch viele der kleinen Straßenkioske haben ein paar Bücher in der Auslage, meistens irgendwelche Klassiker, Jules Verne, Homers Odysee oder sogar Michael Foucault, den ich doch für etwas seht spinnert halte. Und ich habe in Bielefeld Soziologie studiert.
Fleisch vom Gringo gibt es auch. Weiß Donald Trump schon davon?
Vermultlich ein gutes Angebot.
Meine unglaubliche Ausstrahlung wirkt in Mendoza besonders. Ich bekomme verwirrte, ratlose, „was zur Hölle“ Blicke zugeworfen. Ich hoffe es liegt an meiner Ausstrahlung und nicht an dem T-Shirt, mit dem ich hier durch die Gegend wandere, bis die nette Dame aus der Wäscherei mit meinem Konglomerat durch ist.
Etwas gewöhnungsbedürftig. Man schmeißt kein Toilettenpapier in die Schüssel, sondern in einen separaten Eimer, der in den Hausmüll entsorgt wird und/oder hat Bidet und/oder eine Brause. Sowieso hygenischer hat mit einer vom Lattentreff erzählt.
Jedem, der ein wenig offenen Geistes und Herzens und der das Backpacker Alter hinter sich hat, kann ich nur empfehlen nicht in ein Hotel zu gehen. Buchungsportale wie Booking.com bieten Angebote von lokalen Vermietern, bei denen man mit den Einheimischen in Kontakt kommt und im Vergleich zu den üblichen 08/15 Hotelzimmern Stil und Ambiente bekommt. Und einen Kühlschrank, Balkon und Kaffeemaschine und Küche (falls man eine Küche braucht). Für das Apartment in Mendoza habe ich für 7 Übernachtungen 210€ bezahlt.
Das etwas düstere Image liegt an dem Deckenlicht, das ist wesentlich freundlicher in echt.
Ein Hemd, eine Jeans, 8 T-Shirt, 7 Boxxer, 7 Paar Socken – für 250 Peso – Marvin, korriegiere mich. Irgend etwas zwischen 3-4€. Gewaschen, gebügelt und von der netten Dame in der Wäscherei mit kritischem Blick übergeben.
Ich vermute mal, das liegt an meiner Sockenauswahl. Vermutlich bin ich im Viertel schon als Diavolo de calcetines bekannt. :o(

Gebucht habe ich jetzt schon eine Tour zu Weingütern am Sonntag (mök, 07:15) und eine Tour in die Anden, Alta Montana por el Rio. Machen will ich noch eine Tour zu einem Bad am Fuß der Anden, mit SPA – Termas de Cachueta – da brauchen ich noch die Bestätigung für Dienstag. Mal sehen, was ich morgen und Samstag an Unsinn treiben kann. Ich hoffe, mir fällt etwas ein……

Abenteuer Reisen III – Aeropuerte Jorge Newbery Buenos Aires

Irgendwie habe ich gerade die Flugseuche am Hacken. Mein Flug AR 1410 Aerolineas Argentina wurde erst verschoben und jetzt gecanceled. Ich werde jetzt statt um 16.10, erst um 20.45 abheben. Falls ich abhebe.

Was aussieht wie ein Spielautomat, ist die Anzeige der anstehenden Flüge am Flughafen Jorge Newbery in Buenos Aires. Was rot blinkt sind die abgesagten Flüge, Sieht irgendwie nicht gut aus.

Auch hier bestätigt sich, dass Flughäfen einfach nur langweilig sind. Mal sehen, der Flughafen liegt direkt am Rio de la Plata. Wenn ich später das Gepäck aufgegeben habe, setze ich mich mit einem Bier ans Ufer. Obwohl hier schon ein paar merkwürdige Gestalten rumlaufen..

Noch ein paar Bilder von heute vormittag, rund um die Plaza Italia. Zunächst mein Lieblingsstraßen Cafe. Nette und lustige Bedienungen, hin und wieder kommt auch ein anderer EXtraniero vorbei.

Milchkaffee für 1,2€. Da kann man sich nicht beklagen.

Und noch ein paar Impressionen rund um Plaza Italia. Mein neuer Freund mit dem freundlichen Lächeln und der schönen gelben Farbe sitzt im übrigen auf einem umgedrehten Auto. Zuordnung mache ich später.

Gegen 18 Uhr Ortszeit hatte der liebe San Martin dann ein Einsehen und ich konnte mein Gepäck aufgeben. Nach dem ich nicht mehr wie ein Packesel rumlaufen mussste, bin ich dann tatsächlich noch dazu gekommen mal an das Ufer des Rio de la Plata zu gehen. Ernsthaft, das ist kein Fluß, dass ist eine riesige Meeresbucht, die bis Buenos Aires und zur gegenüberliegenden Stadt Montivideo in Uruguay reicht. Bilder gibt es später, die Internetleitung hier ist auf dem Stand eines 256Kb Modems aus den 90ern.

Embaraer 190. Bin ich noch nicht geflogen. War aber in Ordnung.
Ich kann nur spekulieren. Ich tippe aber darauf, das Rezept stammt aus Nordkorea.

Feria San Telmo

Es regnet gerade in Buenos Aires, ziemlich heftig sogar. Ich hoffe es wird nachher nicht unerträglich schwül. Hier ist es jetzt 11:32, daher habe ich mir einen Kaffee gemacht und starte meine Zeitreise.

Mercado heißt eigentlich Markt, so ein Markt wo man Gemüse, Früchte und so bekommt. Ein Markt mit Kunstgegenständen, Antiquitäten oder solche die sich dafür halten, heißt Feria.

Einer der weltweit schönsten Märkte ist die Feria San Pedro Telmo in Buenos Aires. Am letzten Sonntag, der Markt findet immer Sonntags statt, war ich dort.

San Telmo ist zentral gelegen und ein kleiner Platz um den sich schöne alte Häuser gruppieren. In den von diesem Platz abgehenden Straßen befinden sich Galerien, Werkstätten und Ateliers. Man kann in diese Häuser gehen, diese haben einen großen mitunter nach oben offenen Innenhof und viel Zimmer, in denen die jeweiligen Schätze ausgestellt sind.

Bei einigen der Ausstellungsstücke würde man eher vermuten, hier wurde schon seit Jahren nicht mehr aufgeräumt, aber offenbar gibt es buchstäblich für alles Käufer. Wirklich für alles….

Von diesem Platz geht eine zentrale Straße ab – La Defensa – diese geht bis zum Hauptplatz von Buenos Aires – dem Plaza de Mayo. Ungefähr 3 Kilometer. Sonntags, wenn die Feria San Telmo stattfindet, werden dann auch links und rechts auf den Straßenseiten von La Defensa Stände aufgebaut und alle möglichen Dinge verkauft.

Für San Telmo selbst besteht die Bedingung, dass nur Dinge vor 1970 und ausgewiesene Kunstgegenstände verkauft werden dürfen. Das wird aber flexibel gehandhabt. Auf La Defensa finden sich dann aber durchaus auch die üblichen Produkte, wie T-Shirts, Gürtel, Sonnenbrillen, aber auch alles möglich andere.

La Defensa und der Platz San Telmo sind pflastertechnisch irgendwie noch in der Kolonialzeit stehen geblieben. Flip-Flops werden wohl ungefähr eine halbe Stunde durchhalten. Offene Sandalen länger, aber dann am Abend mehr blaue Flecken als heile Haut aufweisen. Festes Schuhwerk ist angesagt.

Ab 18 Uhr werden die Stände abgebaut und ab 20 Uhr fangen die Einheimischen dann an auf dem Platz Tango zu tanzen. Erst ein paar Profis, um die Stimmung festzulegen, dann die breite Menge, ca. 20 Paare, das hat durchaus etwas sehr romantisches. Auch wenn die Paare meist etwas betagter sind.

Was auch hier betrüblich stimmt sind die Leute, die um Unterstützung bitten. Ich bin ca. 20 mal direkt oder indirekt angesprochen worden. Die Männer kommen meist mit einem Paket Taschentücher und bitten direkt um einen Kauf. Das macht Sinn, beide Seiten wahren ihr Gesicht. Er verkauft etwas, ich kaufe etwas. So ist das keine Bettelei, sondern ein Geschäft. Die Frauen, und leider auch Kinder, ab ca. 6 Jahren legen billige Kulis oder Klebebilder auf den Tisch. Die kann man dann auch gegen einen kleinen Obulus erwerben oder wenn nicht, sammeln die Frauen und Kinder ihre „Ware“ kommentarlos wieder ein.

Vormittags um 10:00. Noch nicht viel los. So richtig voll wird es gegen 12 Uhr. Leerer so ab 18 Uhr
Mate Becher, das argentinische Nationalgetränk, neben Bier und Wein. Muss ich noch kaufen.
Bestimmt ein super toller Spielplatz.
Seitenstraße von San Telmo
Mein absoluter Lieblingsstand. Ich hätte gerne den kleinen runden Freund rechts vorne mit nach Hause genommen. Der war aber leider schon verkauft. Ich habe dann den Fisch hinten genommen. Ich hoffe, er überlebt den Transport und es ist ihm in Deutschland nicht zu kalt.
Das ist keine Stangenware. Man sieht, das sind Leute mit Fähigkeiten und Begabung, die hier ihre Kunstwerke präsentieren.
Musikalische Begleitung gibt es auch. Und auch hier – der klampft nicht, der kann das und macht das mit Stil und Leidenschaft.
What the fxkjgl. Nebenstraße. Hofbräuhaus hätte ich ja noch verstanden. Aber UNTERTÜRKHEIM.?
Innenhof in einem Gebäude
Rund um den Platz sind viele schöne Gebäude.
Ab 18 Uhr wird abgebaut. Sehr organisiert. Die Standbetreiber räumen ihre Gegenstände in Bananenkisten. Dann kommen Jungs vom Martkbetrieber und bringen diese mit Sackkarren weg. Der Technik nach, den immer gleichen Handgriffen, gibt es dafür Schulung. Die Stände selbst werden dann auch von den Jungs abgebaut und in angrenzenden Gebäuden gelagert.
Trommelband. Die machen einen richtig mitreißenden Sound. Das macht richtig Spaß und ist richtig laut.
Die Konkurrenz kommt, gleich gibt es ein Duell.
La Denfensa. War mir etwas zu voll und zu eng.
Tango beginnt. Leider hat die Kamera in meinem Smartphone mit den unterschiedlichen Lichtquellen Probleme gehabt. Ich hoffe aber, die Stimmung kommt etwas rüber.
Gegen 22 Uhr. langsam leert es sich. Die Tänzer tanzen aber noch. Ich mache aber mal den Abgang.

Ich habe verschiedene Dinge auf dem Markt gekauft. Ich muss mich da bremsen, sonst muss ich einen eigenen Cargo Transporter für den Rückflug mieten. Meinen skurillen schuppigen Freund von hier:

Und dann noch das schönste überhaupt

Ich bin noch ganz fassungslos, dass ich das besitzen darf.

Abenteuer Reisen II – Das Grauen hat einen Namen: AZUL LINHAS AEREAS BRASILEIRAS S.A. – unterwegs nach Buenos Aires

Die Weiterreise von Rio de Janeiro hatte ich schon lange vorher gebucht. Mit: AZUL LINHAS AEREAS BRASILEIRAS S.A.. Irgendwann im September war das, über das Buchungsportal Opodo. Vom stadtnahen Flughafen in Rio de Janeiro – Santo Dumos – nach Belo Horizonte und dannn gemütlich nach Buenos Aires.

Generell müssen alle möglichen Zusatzleistungen bei südamerikanischen Airlines extra hinzugebucht werden, aufzugebendes Gepäck, Sitzplatz, teilweise sogar Handgepäck – you name it.

Das geht auch bei allen südamerikanischen Airlines ohne große Probleme, Avianca aus Kolumbien, LATAM, SKY -alles kein Problem, man ruft die Webseite auf, gibt den Buchungscode ein, zahlt mit der Kreditkarte und fertig.

Nicht so bei den Mastes of Desaster von AZUL.

Ich hatte schon im Vorfeld versucht das Aufgabegepäck zu buchen, bin aber nach ein paar Minuten immer gescheitert und hatte mir gedacht – machst es halt kurz vor der Reise.

Das habe ich dann auch 7 Tage lange versucht vor Abflug. Mal war nur zusätzliches Handgepäck buchbar, mal kein Gepäck, mal wurde die Buchungsnummer nicht gefunden und ich wurde aufgefordert meine CFP – meine brasilanische Sozialversicherungsnummer einzugeben. Einmal hatte ich es sogar fast geschafft, ich konnte Aufgabegepäck buchen, meine Kreditkartendetails angeben und dann ist was passiert – NICHTS. Der Button „Proseguir“ – „Weiter“ blieb hartnäckig ausgegraut. In der App von crazy fucking stupid AZUL wird ein Buchungscode generell nicht angenommen. Es gibt noch die theoretische Möglichkeit mit TurboAzul einen Mitgliedschaftsstatus zu erwerben – nur was benötigt man dafür- richtig, die CFP………….

Vermutlich als Hinweis auf die sprachlichen Anforderungen wird man in den Buchungsseiten auch immer wieder auf Seiten, die nur auf brasilanisch verfügbar sind umgeleitet.

Was macht man dann – man schickt 5 Tage vor Abflug über das Webformular eine Anfrage an Azul Shitty Airlines. Und erhält zwei Tage vor Abflug dann eine do-not-Reply Nachricht, dass man leider nicht helfen könnte und man sich bitte an die brasilianische Hotline wenden solle. Gesagt getan, einen Tag vor Abflug. Man landet dann in einem Customer Service Center, der der Geräuschkulisse nach im Opening Event des aktuellen Hells Angels World Run angesiedelt ist . Auf Nachfrage, soweit verständlich, man müsste halt den ohrenbetäubenden Lärm einfach akzeptieren.

Die Möglichkeit für einen Online Check in ist in Kambodscha, Laos eventuell gegeben, aber nicht bei AZUL, jedenfalls nicht mit meinem Buchungscode, da Marvin, der depressive Roboter aus Douglas Adams „Per Anhalter durch das Universum“ offenbar die Leitung der AZUL IT übernommen hat.

Ich habe hier dann einfach aufgegeben und mit Aerolineas Argentinas einen anderen Flug gebucht. NEVER BOOK OR FLY WITH AZUL LINHAS AEREAS BRASILEIRAS S.A. Der zweite Low Cost Carrier in Braslien GOL, soll auch nicht besser sein.

Bedauerlicherweise fliegt man dann halt auch vom internationalen Flughafen in Rio, wieder früh aufstehen. Im Urlaub. Generell sind Flughäfen weltweit wohl eine eigene Lebensform, nichtssagend, mit viel Nippes und Öde. Bemerkenswert aber, dass Milka und Kinderüberraschung hier einen herausgehobenen Wert haben, ganze Regale nur mit Produkten dieser beiden Marken.

Bayrische Nüsse, Made in Brazil – was will mir das sagen?

Aerolineas Argentinas ist erfrischend unkompliziert, Online buchen, Check-In, Gepäck zubuchen – eines Sache von 10 Minuten, bei AZUL habe ich dazu erfolglos Stunden verbracht. Ältere Flugzeuge, aber alles unkompliziert, auch der Boarding Prozess. Und wenn man kurz vorab ein teueres Ticket erworben hat, hat man auch Zugang zur GOL Lounge. Nicht weiter erwähnenswert. Labbrige Sandwiches, bisschen Kuchen. Kein Vergleich zur Businesslounge in Lissabon oder gar in Frankfurt.

In Argentinien angekommen durfte ich dann die intensivste Befragung und Durchsuchung meines Lebens erfahren. Die haben jede Tube aufgemacht, jeden Deckel aufgeschraubt, mich immer wieder gefragt, zu zweit und zu drittt, was ich in Argentinien mache, was mein Beruf ist, wieviel Geld ich dabei habe usw. Dafür war vermutlich die grüne Fabe des Reisepasses verantwortlich. Nachdem ich irgendwann glaubhaft versichern konnte, niemanden names Zaphod Beeblebrox zu kennen und auch nicht die Absicht habe in Argentinien die Herrschaft der 6ten Internationalen gewaltsam herbeizuführen, durfte ich nach ca 1,5 Stunden gehen.

Der Fahrer, der mit vom Apartement vermittelt wurde hat tatsächlich auch noch gewartet. Oskar ist eine coole Socke und es war ein nettes Erlebnis danach einfach mit ihm zu plaudern, warum er River Plate mag, Boca Juniors aber nicht. Vielen Dank an meine Lehrerinnen der Sprachschule Hola aus Bad Cannstatt. Ich habe viel gelernt und auch wenn mir noch ein paar Vokabeln fehlen, die Leute verstehen mich hier und ich sie.

Ich bin hier im In-Viertel im Zentrum untergekommen, Palermo – oder Palermo Hollywood , auch liberal, viele Regenbogenfahnen. Es ist auch chillig hier, viele kleine Bars und Cafes, nette Restaurants. Was ein bisschen betrüblich stimmt, sind die vielen Leute, die um Untertsützung und Geld fragen, durchaus auch junge Leute, die auf ihr äußeres Wert legen. Die ökonomische Krise ist hier wohl heftig.

Ich bin nach dem Check-in im Apartement dann auch noch ein wenig durch die angrenzenden Straßen gelaufen und bei einem Straßenmarkt gelandet. Viel selbsbgemachtes Kunsthandwerk, habe noch einen eher mittelmäßigen Burger gegessen und den Tag ausklingen lassen.

Mal nachrechnen, sind glaube ich 4,5€ für ein Kilo argentinisches Roastbeef. Heute noch einmal nachgerechnet, mit den aktuellen Wechselkursen, sind wohl eher 3,8€

Abenteuer Reisen I

Falls jemand auf die Idee kommen sollte, als Ausrede für eine Sightseeing Tour den Verlust des Reisepasses geltend zu machen, ist Lissabon ein geeigneter Ort.

Diese Stadt hat Flair, viele kulturell und architektonisch besondere Gebäude, freundliche Einwohner, mulitkulturell und wenig aggressiv. Der Port Wein schmeckt auch sehr lecker, genießt man ihn auf einer Restaurant Terasse. Bemerkenswert aber auch, dass der Preis vom Flughafen in die Innenstadt, z.B. zur Deutschen Botschaft doppelt so hoch ist, wie der Preis von der Innnenstadt zum Flughafen, z.B. von der Deutschen Botschaft. Sind aber auch jedesmal nur 10/20€. Also keine richtigen Taxihaie.

Neben dem unzweifelhaften Mehrwert wenigstens mal ein Spotlight auf Lissabon geworfen zu haben, winkt noch ein für ein Jahr gültiger temporärer Reisepass (sehr grün – Hinweis auf künftige Regierungskoalitionen?). Die Mitarbeiter der Botschaft sind sehr kompetent und hilfsbereit und in der Lage in 3,5 Stunden diesen temporären Reisepass auszustellen. Inklusive Fotoroboter in der Botschaft, der erklärt, was man machen muss. Ich bin da noch vollkommen hin und weg. Top der Service.

Was wiederum TAP Airline die Möglichkeit einräumt den Flug umzubuchen, das Gepäck umzuleiten, die Nerven der Lost-and-Found Office Mitarbeiter am Lissaboner Flughafen schont, dass ständige Nachfragen in Hinsicht auf eventuell gefundene Reisepässe von Flügen durch haarlimitierte ältere Herren aus Frankfurt ausbleiben.

Das ist im übrigen wohl übernommen von der Agentur für Arbeit in Deutschland. Erst mal ein Ticket ziehen und warten. Deutsche Hegemonie, wohin man auch schaut.

Und zudem kann das Statement der portugiesischen Repräsentanz der Polizei – bei der man eine Verlustmeldung am Lissaboner Flughafen machen muss – wiederlegt werden, dass dies in einem Tag unmöglich zu erledigen ist. Das hat dann wohl der Fotoroboter erledigt. Blicken Sie zwischen diese beiden Linien…….

Nicht wirklich zu empfehlen, wenn man eine entspannte Reise nach Südamerika plant, kommt aber vor, habe ich mir sagen lassen.

Es bleibt dann eigentlich nichts weiter übrig, als am Lissaboner Flughafen abzuhängen, bis dann der Flug statt um 10:00 um 23:05 startet.

TAP Umbuchung – mit Business Class kein Problem, es gibt sogar einen eigenen Counter und man muss kein Ticket ziehen und warten
Das universelle Aquarium für Raucher an internationalen Flughäfen. Nicht charmant, einfach nur eine Drogenstelle.

TAP Airline ist aber in der Businessklasse duchaus zu empfehlen, günstige Preise, sehr kundenortientiert, man kann seinen Sitz komplett in die Waagerechte stellen und mit Kissen und Decke ein paar Stunden schlafen. Das Essen haut allerdings nicht vom Hocker. Trotz aller Marketingspots ist das halt aufgewärmt, ohne wirklich viel Geschmack. Trinken kann man bis zum abwinken, und muss es auch, da ansonsten die Flugbegleiter kontinuierlich nachschenken. Und portugiesischer Rotwein ist lecker, keine Frage. Lustige bunte Socken bekommt man für die Nacht ebenso, wie eine Zahnbürste und einen für mich natürlich unentbehrlichen Kamm.

Man schlägt dann morgens umd kurz nach 6 am internationalen Flughafen in Rio de Janeiro auf. Wer große Flughäfen kennt, der weiß, es kann lange dauern vom Flugzeug bis zur Gepäckausgabe. Rio ist da in der Oberliga. Ca. 30 Minuten.

Die Lady beim Empfang von Menschen, die nicht aus Brasilien kommen und der die Pflicht auferlegt ist, Menschen anderer Herkunft den Zugang ins Land von Zuckerhut und Strand zu gewähren, ist dann sichtlich amüsiert über das komische grüne Dokument mit dem Bundesadler und winkt einen aber dann lediglich mit einem nonchalanten Lächeln begleitet, einfach durch. Scheint wohl nicht selten zu sein.

Endlich in Südamerika. Ein Traum seit ein paar Jahren. Direkt nach der Zollabfertigung befinden sich die Gepäckbänder, da gibt es auch die Möglichkeit Taxi zur Unterkunft für einem Festpreis zu buchen. Sehr zu empfehlen, da nach der Gepäckabfertigung am Ausgang geschätfstüchtige Einheimische warten, die einen für einen nur schwer zu kalkulierenden Preis ihre Transportpotenziale anpreisen.

Kommt man wie ich gegen 7 Uhr morgens aus dem Terminal, kommt was? Was würde in München, Paris, Madrid,Suttgart kommen – Bretzelverkäufer? Eher nicht. Richtig, Rush Hour. Es dauert dann etwas 1,5 Stunden für 35 Kilometer vom Flughafen an die Copacabana. Auf den Schnellstraßen gibt es allerdings die lokale Variante der „Straßenhändler“. Leute, die auf einer vierspurigen Bundesautobahn in aller Ruhe, Zeitungen, Saft, Handtücher anbieten. Verkehr ruht sowieso, da bietet sich das doch an. Amazon hat ja auch mal klein angefangen. Vielleicht habe ich den nächsten Superreichen auch meiner Fahrt zu Copacabana getroffen. Ich drücke auf alle Fälle die Daumen, für diejeniegen, dort im Verkehr arbeiten. Das muss ein irrer Job sein.

Im Apartmenthaus in Copacabana muss man dann leider feststellen, dass Englisch, sogar Spanisch, nicht unbedingt geeignete Kommunikationsmittel sind. Erst der Nachweis des WhatsApp Verlaufs mit dem Vermitter, mehr oder weniger hilfreiche Kollegen, die wahlweise den Kopf schütteln oder über die letzten Fußballergebnisse auf Portugiesisch diskutieren wollen, führen zum Zugang zum Apartment. Einem Penthausapartment an der Copacbana. Und das ist jeden Euro wert.

Falls man dank Fotoroboter, Deutscher Botschaft, TAP, Taixifahrer die einen auch ohne jegliche Sprachkenntnisse der Landessprache auf Sehenswürdigkeiten hinweisen, ohne Nervenzusammenbruch dann irgendwie morgens um 8:00 wochentags in Rio de Janeiro an der Copabana ankommt, weiß man, man ist auserwählt. Wofür muss sich allerdings noch erweisen.

Noch im Jet Lag, noch hypnotisiert von seinem exklusivem extrem grünen neuen Reisepass der Deutschen Botschaft in Lissabon. Versuche das sagenumwobene brasilanische Lebensgefühl einzufordern und Samba, Rumba oder ähnlich exotische Tänze zu erwarten, Cocktails, dunkelhäutige Schönheiten, die sich um einen Gringo bemühen – > Fehlanzeige um diese Uhrzeit. Entsprechende Nachfragen würden wohl nur die allgegenwärtigen Sicherheitsbeamten interessieren und ansonsten auf den übermässigen Gebrauch halluizinogener Drogen schließen lassen.

Schafft man es, den Einheimischen ein Statement abzuringen, was schwierig ist, sollte man glücklich sein. Englisch ist nur wenig verbreitet und Spanisch scheint von den Locals für das Symptom einer besondere Form eines Lungenkarzinoms gehalten zu werden. Dann kann man aber erfahren, dass es in Nebengassen die Möglichkeit gibt legal bewußtseinserweiternde Drogen zu erwerben.

Es gibt dort Kaffee, tatsächlich, ganz legal, auf offener Straße.

In einer dieser Nebengassen habe ich dann Will aus Texas getroffen. Er lebt seit 6 Jahren in Brasilien mit seiner Frau und zwei Kindern. Er ist mir in höchster Not zusammen mit dem Betreiber einer kleinen Bar beigestanden, als ein sonnenbebräunter älterer Herr mit Fußballtrikot und kurzen Hosen an meinem Tisch in besagter kleinen Bar erschienen ist.

Meine Vermutung, dass besagter Herr betrunken ist/war und eine Zigarette schnorren wollte, ließ sich durch die Beteiligten dahingehend klären, dass es sich um einen Anwärter für den Nobelpreis für Atomphysik handelt, der mir erklären wollte, wie das norwegische Königshaus Einfluss auf die Nobelpreisvergabe nimmt. Puh, noch einmal Glück gehabt.

Will ist nett, 44 Jahre, er hat zwei Kinder, Junge, 4 Jahre alt, Mädchen 6 Jahre alt. Verheiratet mit einer Brasilianerin. AusTexas. Ohne Waffe unterwegs, die er auch auf meine Nachfrage hin auf gar nicht vermissen würde. Sachen gibt’s! Er hat mit dann von dem letzten Geburtstag seines Sohns berichtet. 90 Menschen, groß und klein. 40 Kumpels von seinem Sohn, 40 Kumpels von seiner Tochter, und ein wenig Beiprogramm. Das hätte er in 44 Jahren nie erlebt. Vielleicht machen wir doch was falsch…….

Dann war Klimaschutz angesagt. Nach 3 Grad in Deutschland und 28 Grad in Rio hat es mir doch so langsam die obere Gesichtshälfte versengt. Ich konnte, aus welchen Gründen auch immer, den Avancen diverser Staßenhändler wiederstehen, mir eine Cap des Modell der Weltmeisterschaft in Brasilien zu einem sagenhaft günstigen Preis in mein Eigentum zu überführen. Ich habe – typisch deutsch – eine etwas schlichtere Variante gewählt (Fotoroboter Lissabon -schaue zwischen diese beiden Linen?).

Dann bin ich noch in den örtlichen Kreis von Honoratioren hineingeraten, von denen einer einen Großvater aus Deutschland hatte. Vermutlich Angehörige der örtlichen Drogenmafia, wenn auch schon älter als 50. Wie haben dann als vertrauensbildende Maßnahme (Danke Sascha!) gegeneinander unsere unanständigsten WhatsApp PornoTrailer gezeigt. Ständig sollte ich örtliche Brauereiergebnisse konsumieren. Als Strafe habe ich heimlich die Rechnung für alle bezahlt. Da darf ich mich glaube ich nicht mehr sehen lassen

Ich gehe jetzt gleich erst mal an den Strand. Auch wenn es hier gleich wohl kurz mal schüttet. Fotos folgen.

Ready to take off

Der Tag vor der Abreise. Wie immer die Zweifel – habe ich alles notwendige eingepackt. Egal. Zu spät. in 7 Stunden holt mich das Taxi ab 3:30. Ätzend, aber vielleicht auch lustig. Start in den neuen Tag.

Fliegen werde ich ab Frankfurt mit einer portugiesischen Airline – TAP . Mal sehen, wie die sind, im Internet wird mitunter über Verspätungen berichtet. Ich fliege allerdings mit einem recht neuen Flugzeug. Dem Airbus A339 Neo.

Flugplan:

Ich habe mir auch für den Hinflug Business Class gegönnt. War ein Angebot, etwas über 1000€. Lassen wir uns überraschen.. Business Class hatte ich bisher nur nach China, beruflich und privat von Bangkog nach Frankfurt. Das war beides Mal vergleichsweise sehr guter Service und wirklich entspanntes Fliegen.

Das Video von TAP sieht aber schon ganz ansprechend aus

In Rio de Janeiro lande ich am näheren Flughafen Santos Dumos. Nach Aussage meines Vermieters des Apartments in Rio der Janeiro, gibt es direkt neben der Einreisestelle Taxiterminals, die für einen Festpreis nach Rio fahren. Santos Dumond >>> 13 Euro / 52 Reais

In Rio habe ich dann ein Apartement im Viertel Copacabana. Penthouse mit Blick auf die Christusstatue und den Zuckerhut. Auch da bin ich gespannt, wie das wird. Eine Stadttour und einen Strandbesuch werde ich mir aber auf keinen Fall entgehen lassen.

Der Besitzer ist Deutscher, Udo, die Adresse ist: Avenida Nossa Senhora de Copacabana, 420, Edificio Dallas
Copacabana