Am 31.01 ist es dann losgegangen mit meiner Dschungeltour. Etwas überraschend waren um 8:40 auf einmal zwei Motorradfahrer in meinem Apartement und meinten, es müsste jetzt ganz schnell gehen, Auto kommt gleich und GalammaGalamma. Wäre ich nicht noch etwas unausgeschlafen gewesen von meiner Ankunft kurz nach Mitternacht hätte ich Ihnen gesagt, Stop – ausgemacht war 9 Uhr. So habe ich kurzerhand alles was mir in die Hände fiel in meinen Daybag gepackt. Es war zum Glück alles notwendige dabei.
Iquitos ist eine Provinzhauptstadt mit ca. 500.000 Einwohnern, viel Industrie aus etwas Erdölförderung, Holzfällen und Landwirtschaft gibt es nicht. Die Leute hier leben von diesen Industrien , von der Landwirtschaft, vom Fischfang und ein wenig vom Tourismus. Iquitos war aber zu Zeiten als Kautschuk ein sehr begehrter Rohstoff für die boomende Industrie im 19 Jahrhundert war eine absolute Boomstadt, davon läßt sich auch noch einiges im Stadtbild finden
Es ging dann mit einem Minibus zu 9 weiter in eine Provinzklainstadt namens Nauta, etwa 100 Kilometer, Fahrtzeit ca. 1,5 Stunden. Danach weiter ca. 1,5 Stunden in ein Base Camp/Lodge am Rande eines Nationalparks. Mit dabei, eine 23 jährige aus UK, zwischen Bachelor und Master, sehr dem Weed zugetan, ein den Fremdsprachen nur bedingt mächtiger junger Japaner, ein 26 jähriger Australier, der seine Job im Marketing geschmissen hat, zwei sehr junge Österreicher, mit ganz wenig Kohle, die man in Santigo de Chile wohl ziemlich durch die Mangel gedreht hat, ein Schamane, ein Guide, der Fahrer und meine Wenigkeit.
Gebucht hatte ich vorab, über Tripadvisor, bei einer Agentur namens Shitty Jaguar Tours (Pardon Jimmy Jaguar Tours), da ich den Haien vor Ort aus dem Weg gehen wollte,. Jimmy Jaguar Tours haben dort eine recht gute Bewertung, nicht billig, nicht teuer. Wie sich herausstellte eine Fehlbewertung. Naja, bei Tirpadvisor kann jeder eine Bewertung abgeben. Veröffentlicht werden meist nur die, gegen die die Touranbieter keine Einwände erheben. Ich werde in Zukunft um Tripadvisor einen großen Bogen machen.
In Nauta hatten wir dann Gelegenheit noch Dinge für den DSchungel zu kaufen. Unser Guide, Edgar ist sein Name gewesen, hat uns wie nicht ganz unüblich natürlich zu einem Straßenladen geführt, bei dem er sehr wahrscheinlich Prozente bekommt. Das war mit zu billig das Zeug, da ich es auch noch in Cusco verwenden will, daher bin ich in die nächste Ferreteria gegangen. Belohnt wurde das dann mit Gummistiefeln in Größe 43, meine Schuhgröße ist 41 im Base Camp, bei der Schuhausgabe. Andere sind nicht da. Wohl so eine Art Joke-mit-Gringos Attitüde. Entsprechend bin ich dann im Dschungel und wenn immer Gummistiefel notwendig waren wie eine Art überdimensionierter Donald Duck rumgewackelt. Im Gegensatz zu einigen meiner Gruppe bin ich aber weder auf die Schnauze noch in ein Wasserloch gefallen.
Ich hatte 4 Tage in einem Outdoor Camp gebucht. 3 Nächte Camping. Bekommen habe ich 4 Tage in einem sehr basic Base Camp /Lodge. Der erste Tag war noch ganz lustig. Wir sind rausgefahren mit einem Boot, haben die nähere Umgebung erkundet, es waren auch ein paar Delfine zu sehen, auch die rosafarbenen, die es nur hier gibt. Die Natur ist hier einfach nur gigantisch.
Das Camp war wirklich basic, die Mahlzeiten waren nur dazu da Kalorien aufzufüllen, und die perunanische Küche kann sehr gut sein. Und drumherum gibt es einige Dörfer, die leckeren Fisch und exotische Früchte anbieten. Nada, es gibt Reis, Hühnchen und Bohnen, Melonen und Mangos. Mitgebracht aus Iquitos.
Am Ende des ersten Tages kam dann eine Nachtwanderung. Unsere UK Lady -Loreen – hat Temperament. Was sich in diesem Fall dadurch auszeichnete, dass in etwa alle 5 Sekounden ein herzhaftes „Fuck off“, „Shit“, „Go away“, „Fuck off“ ertönte, was auch kein Wunder ist, wenn man mit schwarzen Klamotten in den Dschungel geht. Moskitos liiiieeeeeben dunkle Farben. Dementsprechend hat auch jedes größere Tier bei diese Präsentation britischen Wortschatzes schleunigst reissaus genommen.
Die Nachtwanderung verlief darüberhinaus weitgehend unspektaulär rund um das Base Camp, ca. 1 Stunde. Es war deutlich zu sehen, dass hier kontiniuierlich Leute vorbeikommen. Mit Dschungel war da nix. Ein paar Spinnen, ein halbtoter Kayman, ein paar mickrige Vogelspinnen und „Fuck off“, „Fuck off“, „Fuck off“…
Am zwieten Tag ging es dann auf eine „Dschungeltour“. Auch hier war deutlich zu sehen – hier sind Leute heute und in den letzten Tagen durchgekommen. Unser Lady ist dann mal herzlich von einem was wohl begleitet in ein Wasseloch gefallen? Es fängt mit F an und hört mit F auf. Unser Guides waren auch nicht in der Lage Tiere zu finden, die Tiere die wir gefunden haben, wie etwa einen Ameisenfresser, haben die Leute in der Gruppe gefunden. Auf dem Rückweg hat sich dann der lokale Guide, Juliano, der zusäztlich dabei war, weil sich Edgar, der Mainguide, zwar theoretisch mit Natur auskennt und Englisch kann aber von der Gegend keine Ahnung hat und aus einem Ort 300 Kilometer entfernt stammt, mit dabei war verlaufen. Wir sind dann 30 Minuten in Serpentinen herumgelaufen, bis er wieder eine bekannte Wegmarke gefunden hat.
Damit wir für das Fotoalbum wenigstens ein paar Tiere bekommen, wurden wir dann in das ca. 3 Minuten entfernt gelegene kleine Dorf geleitet. Ca. 250 Einwohner, sehr auf Touristen ausgelegt, über Schilder, Souvenirs BlaBla. Dort konnten wir dann drei als Hausbesetzer wohnende Faultiere fotografieren und Souveniers kaufen. Danach durften wir eine Anaconde gegen Entgelt fotografiern und Souveniers kaufen. Danach in einen Dorfladen gegen, hochprozentiges Urwaldviagra und….. Souveniers kaufen.
Lustig war es aber, als unser Guide, Edgar, nach ca. einem halben Liter hochprozentigem „Urwaldviagra“, den er vermutlich als Provision bekommen hatte, begann mit seiner Potenz zu prahlen. Er könne immer und überall drei Mal hintereinander, unser Japanischer Feund sei vermutlich eine Sex Maschine usw. – sehr apart……
Für mich sehr überraschend gab es dann am Abend eine Ayahuasca Zeremonie im Camp, Ich habe damit wenig am Hut, ich bin kein sonderlich spirituell interessierter Mensch. Ich wurde auch gefragt – 150 Soles. Ca. 42 Euro. Nö Danke, weniger wegen dem Geld, ich habe keine Lust dazu. Überraschenderweise wurde ich dann aufgefordert, obwohl in keiner Weise an diesen Dingen interessiert und involviert alle Lichter zu löschen, jedes unnötige Geräsuch zu vermeiden, um die Aya Dingsbums Zeremonie nicht zu stören. Ich saß dann da, in einem Base Camp, im Amazonas, im Dunkeln, mit Moskitos – und habe zugehört wie der Schamane mit Leidenschaft singt und trommelt und andere Leute wenn nicht ihr Bestes, so dann doch alles andere was in Ihnen ist geben.
Zu meinem Leidwesen wollte man mir dann auch kein Bier mehr aushändigen. Lediglich die Drohung am nächsten Tag abzureisen hat dazu verholfen in das drei Minuten per Boote erreichbare nahegelegen Dorf gebracht zu werden. Hätte ich mitten im Amazonas noch weiterzuhören müssen, wie sich Leute die Seele aus dem Leib kotzen, begleitet vom monotonen Geleiere eines Schamane, in Dunkelheit, umgeben von geflügelten Blutsaugern, die meine Nähe, und nicht nur das, suchen, ich wäre Amok gelaufen. Im nahen Dorf habe ich mich dann mit Jan aus Ulm und Benjamin aus Montana nach Kräften betrunken, so dass ich die fortdauernde Zeremonie im Base Camp nach meine Rückkehr nach Kräften mit einem Schnarchkonzert begleiten konnte.
Von weiteren Aktivitäten mit Shitty Jaguar Tours habe ich dann Abstand genommen, mich abgesetzt und einfach die Natur betrachtet, die ohne jeden Zweifel wunderschön ist. Zumal sich das Base Camp mittlerweile mit Benjamin und Jan, einem Pärchen aus Japan, einem älteren Herren, zwei Holländerinnen und weiteren 6 Touristen, entsprechen weiteren Tourguides und Mitarbeitern im Camp in einen Ort des Massentourismus zu entwickeln schien. Himmel, sogar der Dschungel ist schon überlaufen…….
Drollig fand ich es aber, als mein ehemaiger Tourguide von einer Angeltour zurückkam. 8 mickrige Pyranhias. Deutlich kleiner als ein 5 Euro Schein. Stolz wie Oskar hat er die Beute präsentiert. Nun ja.
Der Tag der Abreise war auch sehr interessant, aus meiner Gruppe hatte ausser mit und Tim aus Australien keiner mehr Bargeld dabei. Alles investiert und Bier und Souveniers. Der Gesichtsausdruck der Gudies als ich ohne einen Centavo Trinkgeld zu geben ins Boot zur Abreise gestiegen bin, war herrlich. Etwas gedrückt verlief der Rücktransport. War mir aber egal.
Als Hinweis -niemals, unter gar keinen Umständen eine Tour bei Shitty Jaguar Tours in Iquitos buchen. Das ist Disneyland für Kiddies, aufgegabelt in den Hostels in Iquitos.
Fotos kann ich leider erst senden, wenn ich wieder eine stabile Internetverbindung habe. Das ist hier in Südamerika durchaus ein Problem ausserhalb der Hauptstädte.






















































































































































































































































































































































































































































































































































































