Bye Bye Argentina

Morgen geht es weiter nach Chile, erst einmal in die Hauptstadt Santiago de Chile. Ein wenig Bedenken habe ich, da die politische Lage dort angespannt ist und es häufig zu Demonstrationen kommt. Ich hoffe aber, die Leute lassen einen durchgebratenen Aleman auf Besuch aussen vor bei ihren wohl berechtigten Äußerungen und Demonstrationen.

Argentinien war richtig nett. Viel Kultur, beeindruckende Architektur und unfassbare schöne Natur. Die Leute – insbesondere in Mendoza – waren sehr höflich, freundlich und offen. Auch die Brasilianer, Peruaner und Kolumbianer, die ich hier getroffen habe.

Dagegen habe ich ein dänisches Pärchen am Busbahnhof getroffen, die kein Spanisch konnten. Die schon fast verweifelt versucht haben Uber zu buchen. Was in Argentinien nicht weit verbreitet ist, weil die Taxis schon sehr günstig sind und die sich an ihr Gepäck geklammert haben, als wenn gleich Pablo Escobar um die Ecke kommt um sie persönlich auszurauben. Dann noch ein Pärchen aus UK beim Andentrip, die einfach muffig waren.

Heute habe ich nicht viel gemacht, bißchen abhängen, nochmal Wäsche waschen lassen. Dann noch ein wenig Korrespondenz mit Geschäftspartnern für neue Projekte, Steuerberater. Meinem zweiten Vornamen Desajunar folgen. Da kommt man als Selbstständiger auch im Urlaub nicht drumherum. Ein wenig Einkaufen. Hier ein paar Ergebnisse.

Gleich noch raus, meine argentinischen Peso in Bier investieren.

Mein Poncho. In den Farben der Provinz Mendoza
Ich hoffe, die am Zoll machen da keinen Streß ist nur Leder. Die nette junge Dame fragte mich, ob ich Englisch oder französisch rede. Ich habe dann in englisch, französisch und spanisch geantwortet und gesagt ich sei Deutscher. Schien sie zu verwirren.
Ein neuer Freund, der unbedingt Deutschland besuchen will, gehört zur Gattung der Matet-Assen. Nur nicht reden am Zoll. Der quasselt ohne Ende. Bilder in besserer Auflösung gibt es auch noch.
Das ist ein Gehemnis.
Das Gartenbauamt Mendoza unterwegs. Grünpflege. Unten gibt es nichts, dann halt oben.
Abtransport über Pick-up
Park in der Nähe
Wer dieser Herr Samiamento ist, muss ich mal recherchieren. Viel Plätze und Straßen sind hier nach ihm benannt.

Las Cordilleres des Andes

Heute war eine Tour in die Anden angesagt. Männermordernde Uhrzeit der Abfahrt, 7:15. Das war dann wohl eher argentinische Zeit, es wurde dann 7:50. Sei es drum, ich habe Urlaub und Zeit. Es ging dann in einem Kleinbus erst mal 2 Stunden in die Anden, erst Landstraße, dann die Ausläufer und dann war man mittendrin. Da das Internet hier wirklich schlecht ist, nur ein paar Bilder. Kein Wunder, dass es hier soviele Buchläden gibt. Ein E-Book runterzuladen, würde vermutlich von Weihnachten bis Weihnachten dauern. Die restlichen Bilder kommen dann in den nächsten Tagen, oder wenn ich ab Mittwoch in Santiago der Chile bin.

Es hat im übrigen gerade – 22 Uhr Ortszeit – angefangen zu regnen. Vermutlich ein Feiertag hier, die ganze Provinz lechzt nach Regen.

Da fährt man dann mit obigem Gefährt hoch. Nix asphaltiert oder Schutz zum Abgrund. Das war schon etwas abenteuerlich.
Ein unentbehrlicher Reisebegleiter

La Tierra del Sol y el Vino

La Tiera del Sol y el Vino ist das offizielle Motto von Mendoza. Sol gibt es hier jede Menge und sogar kostenfrei. Sol von oben, von der Seite, und man hat das Gefühl sogar von unten.

Ich wollte das mit dem Vino dann doch auch mal testen, wo ich zufällig schon man da bin und habe eine Bodega Tour gebucht. Der Manager meines Apartments hat mich darauf hingewiesen, ich sollte bei einer akreditierten Agentur in der Fußgängerzone buchen. Meine Wahl war dann Mendoza Vijaes, auch weil dort Englisch gesprochen wird. Auch wenn mein Spanisch für Alltagssituationen zunehmend tauglich wird, wenn es um detaillierte Informationen bei denen auch um Geld geht besser Englisch. Abhohlung war laut Voucher die sehr angenehmen Zeit 8:45, es wurde dann kurz nach 9, alles im Rahmen. Ein Kleinbus der mich und 4 andere zu zwei Weingütern und einem angenehmen Mittagessen bringen sollte. Mit dabei – ein Pärchen aus Brasilien aus der Nähe von Sao Paulo und Sohn und Mutter aus Peru, aber in Santiago de Chile wohnend. Eher das höherpreisige Segment, was die Tour angeht. War es aber definitiv wert.

Wenn ich schon warte, kann ich auch mal die Wasserkanäle für den Schwarzwald fotografieren
Olivenbäume und entsprechende Produkte gibt es hier auch nicht zu knapp. Da Olivenbäume 5 Jahre benötigen, bis sie zum ersten Mal Früchte tragen und eher langsam wachsen, könnte der eine oder andere Baum hier bereits zu Zeiten der französischen Revolution gestanden haben.
Einfahrt zum Weingut Trapiche, Mendoza. In Europa noch weitgehend unbekannt………. Ein echter Geheimtip………………………..
Wir waren etwas früh da und hatten bis zum Start der Tour noch 30 Minuten Zeit. Gelegenheit das Gelände unsicher zu machen
Wein, direkt vorm Haus. Hätte ich auch gerne. Malbec
Die Bodega in Frontansicht
Das hängt hier dicht an dicht, Weintrauben satt.
Sehr apart. Das Restaurant derBodega.
Auf diesen Grill passt vermutlich ein ganzes argentinisches Rind. Sieht häufig gebraucht aus.
Keine Ahnung, wie diese Vögel heißen. Ich habe sie einfach mal Hochbein Tänzer getauft. Wackeln rum, als wenn ziemlich rum.
Eingang zum Restaurant
Eingang zum Museum der Bodega Traipche
Vermutlich Element jedes Traums jedes Betriebselektrikers bei WAFIOS jenseits der 50.
Ants Attack
Der weiße Wagen ist unser Tourbus, er hat uns zu dieser Bodega und einer weiteren gebracht, danach wurden wir von einem Kollegen abgeholt
Sehr liebevoll gemacht und gepflegtes Ambiente. Warten auf die Führung duch die Bodeda.
Keine Ahnung, wie das jetzt heißt. Ich habe es einfach mal Blaue- Blüten-vor-der-Bodega-in-Mendoza getauft. Sry. Namen finden ist nicht mein Ding. Duftet auch nur schwach.
Hier gab es auch mal eine Eisenbahnstation, ist aber mittlerweile stillgelegt
Der Rote-Beeren-hängen-herunter Baum.
Ahora, die Tour beginnt
Kurze Einführung in die Technik des Weinanbaus. Das folgt der Sonneneinstrahulung. Wein der viel Sonne benötigt, wird in einer anderen Richtung angebaut, als Wein der etwas weniger Sonne benötigt. Entsprechend ist der Ausbau auch mal oben, mal unten. Klingt logisch. Ausser einem zu dieser Uhrzeit bereits medium durchgebratenem Deutschen sind ca. 8 Braslianer, 10 Argentinier, 2 Peruaner und Miss Trapiche unterwegs.
Guten Wein zu machen ist eine Kunst. Welcher Wein, mit welchem Wein im Verhältins, in welchem Fass, wie lange, bei welcher Temperatur.. Dafür gibt es Meister, diese sind hier mit kleinen Täfelchen verewigt
Miss Trapiche. Vor einer Trapiche. Einer Mühle. Daher auch der Name der Bodega. Ich hatte ja den Eindruck, sie versuchte mit mir zu flirten. Vermutlich nur eine Reminiszenz an ihre Kindheit, als sie heimlich Extranjeros gefolgt ist, die sie für lebendig gewordene Ampelmännchen hielt.
Tnks mit Ab- und Anpumpstutzen. Temperatur strikt kontrolliert. Mit etwas Kenntnis vom Weinausbau war es noch möglich dem Vortrag zu folgen. Entiendo. No Problema.
Der Boden ist glatt, sehr glatt. Klar, wenn man Fässer rollen will. Einige Bowling Bahnen wären über diesen Boden froh.
Irgendwin Kunstwerk mit Bezug zum Weingut und Wein. Hier haben meine Sprachkenntnisse nicht mehr ausgereicht.
Endstation Sehnsucht. Bodega Trapiche.
Große Fässer zum Weinausbau, bei dem der Wein dann später weiter in kleinere Fässer umgefüllt wird. Kosten für so ein Fass ~ 20.000. Nix Peso, Euro. Nur das Fass, Nix Inhalt.
Nein, keine Alien Aufzuchtstation. Eine neue Form des Weinausbaus, Andere Form, Oxidation läuft anders ab.
Von oben aus dem Degustationsraum konnte man duch eine Glasfläche im Boden die Alienbrutstationen sehen. Die Mädels wollten irgendwie nicht über die Fläche gehen. Ich fands gut.
Degustationsraum. Das wird lecker………..
Der Aussenbereich ist auch sehr ansprechend
Da hätte ich auch nichts gegen ein Barbeque.
Eine Menge junger Damen. War schon lustig, in welche Posen, die sich für Selfies geworfen haben. Generell zählen wohl nur Fotos mit Menschen drauf. Ambiente wird eher nur als Hintergrund erachtet. Auch bei älteren Semestern.
Olivenbäume, wohin man blickt
Degustationsraum. Gleich geht es los
Der Dieter Bohlen des argentinischen Weins. Mein Urteil: Mehr, viel mehr. Und viel häufiger.
Die Auswahl der Weine. Nr.1 laut Miss Trapiche der Wein, mit dem man den Tag beginnen sollte. Nr.2 war eher flach. Nr. 3 ein echter Kracher. Im übrigen ist Malbec nicht gleich Malbec. Je nach Anbaugebiet – flach erher Landwein, höhere Lage intensiv und Mindburning ein deutlicher Unterschied.
Die Mäfels wollten unbedingt mal mein CAT Smartphpne ausprobieren.
Hat Spaß gemacht, war aber Caliente

Weiter geht es zur nächsten Bodega. Die Gegend sieht erst mal sehr trocken aus.

Das ist Wein
Nö, kein Wein. Das ist Hopfen, bauen die hier auch an.
Gemütliches Cruisen. Das ist nicht vergleichbar mit dem Verkehr in Rio. Das ist einfach Cruisen
Erst mal wieder warten Degustationsraum mit Kunst ,die Besitzer der Bodega Santa Julia, Familia Zuccardi, sind sehr engagiert in Kunst und sozialen Projekten.
Die geheime Schatzkammer. Nicht zu kaufen
Hier ist das eher Industrie
Kalt, 30.000.000 Flaschen im Jahr werden abgefüllt
Alles dokumentiert.
Auf die Kunst kommt es an. Mal französichsche Eiche
Dann amerikanische Eiche. Mal hier, mal dort je nachdem, was der Weinmeister will.
War eher Massenabfertigung. Und Nein, ich möhte keine englische Übersetzung. TENGO QUE APPRENDER ESPANOL. Ist ds so schwer zu verstehen?
Nix für Vegetrarier I
Der Herr in dem blauen Shirt ist aus Brasilien aus der Nähe von Sao Paulo und hat eine Fabrik für Plastikkleinteile, mit 40 Beschäftigten, die Dame links von ihm ist seine Freundin und arbeitet als Kindergärtnerin. Der Herr mit dem schwarzen Shirt kommt aus Peru, arbeitet aber in Chile bei einer Versicherung, die Dame rechts von ihm ist seiner Mutter, die am Tag vorher Geburtstag hatte. Offenbar eine Art Geburtstageschenk. Sehr sympathisch. Der Familienname der Peruaner ist im übrgien Chang, da offenbar der wenig gelittene Erzeuger Chinse ist//war.
Argentinische Empanadas – einfach gut.
Nix für Vegetarier II
Nix für Vegetarier III
Nix für Vegetarier IV
Schönes Ambiente Bodega Santa Julia

Morgen geht es in die Anden. Hoch. 6000 Meter, mal sehen

Mendoza – It’s Caliente, Baby

Momentan sind hier 37 Grad. Für jemanden, der vor 10 Tagen in Deutschland gestartet ist doch etwas gewöhnungsbedürftig. Überraschend offenbar auch für die Einheimischen, zwischen 13 und 16 Uhr gehen hier vielfach die Rollläden runter. Dann stoppt die Stadt erst einmal. In Rio der Janeriro war es bereits heiß, aber durch die Lage am Meer ging ein Wind und es war feuchter, in Buenos Aires war es nicht so heiß, es hat sogar mal geregnet. Hier ist nur Heiß, Hot, Caliente, Backofen. Die Luft steht. Erfreulicherweise verwandelt sich mein Krebsrot in Richtung Kupfer, was die Hautfarbe betrifft. Eventuell besteht die Möglichkeit mittelfristig die Schulkinder loszuwerden, die mich für ein lebendig gewordenes Ampelmännchen halten.

Ich habe auch weiter nichts gemacht einfach mal ein wenig runterkommen. Nennt sich Urlaub, hatte ich schon lange nicht mehr.

Der Herr spielt Gitarre und singt, das ist kein Tango, eher eine Art ländliche Musik. Fußgängerzone Mendoza
Einige Herrschaften tanzen, durchaus temperamentvoll.
Eine ganz normale Allee in Mendoza, Aus einem Hop-off Hop-on Bus. Kosten für den Bus 600 Peso, Etwas weniger als 10 Euro, der bedient ca. 18 Stationen und alle halbe Stunde kommt einer vorbei.
Park in Mendoza
Überall in Mendoza finden sich Parks und dort und an den Straßen Kanäle, durch die Wasser geleitet wird. Dieses System stammt noch aus der Zeit von vor den Spaniern. Für jeden Wasserwerker aus dem Schwarzwald unbedingt sehenswert. Einige Kanäle sind allerdings trocken, da hier gerade Hochsommer ist.
Informationszentrum über Wein. in Mendoza
Die Rebsorten, die in Menoza angebaut werden.
Schau an, fast 12.000 Kilometer, ich dachte es wären mehr. Die 13.000 schaffe ich aber noch.
Mein Held. Padre del Vino
Großes Bier gibt es hier auch. Schmeckt nicht schlecht. Happy Hour 200 Peso, sonst 300. Etwas ungewöhnlich, wenn man ein großes Bier – 1 Liter Krug – bestellt, muss man seine ID Karte an der Kasse abgeben.
Maus hinter Gittern, nicht fair.
Custom Bike in Mendoza, gibt es auch elektrisch.
Busbahnhof in Mendoza. Ein ähnliches System wie in Asien, Er gibt ausgewiesene „Abfahrtsgleise“, an denen man sich einfindet. Tickets lassen sich im Busbahnhof oder Online organisieren.
Busbahnhof, ähnlich interessant wie ein Flughafen.
Die Gegend rund um den Busbahnhof soll die gefährlichste in Mendoza sein. Gegenüber Orten wie dem Frrankfurter Bahnhofsviertel oder Sihanoukville in Kambodscha wirkt das aber eher idyllisch auf mich.
Momentan ist Sommer, die Kanäle führen sehr wenig Wasser in Mendoza
Shops in der Nähe des Busbahnhofs, nichts was man irgendwie brauchen könnte.
Rock’n Roll Cover Band in der Fußgängerzone in Mendoza, Viel Halbplayback, aber eine tolle Show.
Fußgängerzone Mendoza. Chillen, runterkommen. Ich hatte Rotwein bestellt, dazu gab es Eis. Ich habe mich nicht getraut zu fragen, ob das normal ist.
Argentinisches Fleisch kommt durchgegart. Medium oder Medium Rare kennen die erst mal nicht. Aber das Fleisch ist so was von zart, das geht auch so und ist einfach nur lecker..
Plaza Indepidenzia Mendoza Freitags abends.
Fracking ist ein großes Thema in Mendoza. Hier gibt es sowieso immer Wasserknappheit. Ein Verunreinigung der Resoucen ist nicht gerne gesehen. Auch in meinem Apartement wird darauf hingewiesen, ich möge nicht länger als 5 Minuten duschen. Ich unterstütze so etwas. es geht um die Leute vor Ort und Ressoucen aus der Erde zu puhlen, für Energiegewinnung halte ich für deutlich veraltetet.
Ungeachtet dessen hat die Lady eine brilliante Show abgeliefert, voller Espirt und mit viel – wie will man sagen – etwas das halt was anspricht.
Mr. Dog war das aber egal. Es war schon eine eigene Show für Entspanntheit, wie er dort gelegen ist..
Sehr entspannt und chillig Freitag abend auf dem zentralen Platz in Mendoza. Eltern spielen mit ihren Kindern, Kinder spielten mit Kindern.
Die argentinische Joan Baez war dann auch noch da. Konnte aber besser singen.
Nanu?
So ist besser.
Hyatt Mendoza. Wohl die erste Adresse am Platz.
Bisschen Cat Content. Das ist die erste Katze, die ich in Südamerika gesehen habe. Weder in Rio noch in Buenos Aires waren Katzen zu sehen. Aber vielleicht ist es ihnen nur zu heiß und sie liegen irgendwo ru

Samstag Abend ist die Innenstadt eher Assi Zone. Nachdem ich zwei Schlägereien erlebt habe, eine bei dem einer nicht mehr aufgestanden ist, bin ich dann doch lieber ins Apartment. Auch die Straßencafes und Kneipen sind weniger frequentiert. Dafür viele auf der Straße, die ich mal ganz vorurteilsbehaftet als dumm, jung, ungebildet und einfach nur blöde bezeichnen würde. Das ist dann wohl auch Südamerika, gibt es auch in Frankfurt nach Mitternacht, aber war schon etwas krass gegen 20 Uhr. Polizei, die während der Werktage allenthalben präsent war, ist wohl auch schon im Wochenende

Viva Mendoza Argentina

Mittlerweile bin ich in Mendoza dann doch angekommen. Gestern gegen 23:30, empfangen von einer sehr netten Dame, etwas älteren Jahrgangs, die mir alles mögliche erklärt hat, auf spanisch. Ein paar Sachen konnte ich verstehen, etwa, dass es drei Schlüssel gibt, Apartment, Aussentür, Gittertür zur Straße. Air Con, Kühlschrank. Der Rest kam mir einfach nur Spanisch vor. Da es aber 23:30 war, habe ich zu allem erst einmal Ja -Si gesagt. Ich hoffe, ich bin dadurch nicht unverhofft zu mehreren Hektar Land im Umkreis von Mendoza gekommen.

Das Apartment ist sehr nett, liebvoll eingerichtet, recht groß, ca. 50qm, hat einen großen Wohnbereich, Dekor an den Wänden, einen großen Balkon und liegt ca. 1 Kilometer vom zentralen Platz in Mendoza. Bilder versuche ich später zu schicken, das Internet ist hier einfach zu lahm. Jetzt erst einmal Abenteuer Wäscherei./Lavenderia.

Morgens um 9 Uhr Fußgängerzone Mendoza. Das schreit nach Frühstück.
Richtig chillig wird es zwischen 13 und 16 Uhr, dann gehen hier sogar in vielen Läden die Rollläden runter, Man liegt dann zwanglost auf einer Parkbank oder trifft sich mit Freunden zum Quatschen in der Bar oder im Cafe.
Die Busse halten regelmäßig in der Fußgängerzone in Mendoza. Ich werde das morgen mal ausprobieren.
Das nennt sich Desayunar. Frühstück, Und nein, das nennt sich nicht Croissant. Das sind Media de Lunas – Halbmonde. Für 180 Peso – inklusive Trinkgeld. Je nach Marvins Manipulation der Wechselkurse zwischen 2 und 3 €.
Es gibt hier verblüffend viele Buchläden. Auf einer Strecke von 200 Metern habe ich 5 gezählt, Auch viele der kleinen Straßenkioske haben ein paar Bücher in der Auslage, meistens irgendwelche Klassiker, Jules Verne, Homers Odysee oder sogar Michael Foucault, den ich doch für etwas seht spinnert halte. Und ich habe in Bielefeld Soziologie studiert.
Fleisch vom Gringo gibt es auch. Weiß Donald Trump schon davon?
Vermultlich ein gutes Angebot.
Meine unglaubliche Ausstrahlung wirkt in Mendoza besonders. Ich bekomme verwirrte, ratlose, „was zur Hölle“ Blicke zugeworfen. Ich hoffe es liegt an meiner Ausstrahlung und nicht an dem T-Shirt, mit dem ich hier durch die Gegend wandere, bis die nette Dame aus der Wäscherei mit meinem Konglomerat durch ist.
Etwas gewöhnungsbedürftig. Man schmeißt kein Toilettenpapier in die Schüssel, sondern in einen separaten Eimer, der in den Hausmüll entsorgt wird und/oder hat Bidet und/oder eine Brause. Sowieso hygenischer hat mit einer vom Lattentreff erzählt.
Jedem, der ein wenig offenen Geistes und Herzens und der das Backpacker Alter hinter sich hat, kann ich nur empfehlen nicht in ein Hotel zu gehen. Buchungsportale wie Booking.com bieten Angebote von lokalen Vermietern, bei denen man mit den Einheimischen in Kontakt kommt und im Vergleich zu den üblichen 08/15 Hotelzimmern Stil und Ambiente bekommt. Und einen Kühlschrank, Balkon und Kaffeemaschine und Küche (falls man eine Küche braucht). Für das Apartment in Mendoza habe ich für 7 Übernachtungen 210€ bezahlt.
Das etwas düstere Image liegt an dem Deckenlicht, das ist wesentlich freundlicher in echt.
Ein Hemd, eine Jeans, 8 T-Shirt, 7 Boxxer, 7 Paar Socken – für 250 Peso – Marvin, korriegiere mich. Irgend etwas zwischen 3-4€. Gewaschen, gebügelt und von der netten Dame in der Wäscherei mit kritischem Blick übergeben.
Ich vermute mal, das liegt an meiner Sockenauswahl. Vermutlich bin ich im Viertel schon als Diavolo de calcetines bekannt. :o(

Gebucht habe ich jetzt schon eine Tour zu Weingütern am Sonntag (mök, 07:15) und eine Tour in die Anden, Alta Montana por el Rio. Machen will ich noch eine Tour zu einem Bad am Fuß der Anden, mit SPA – Termas de Cachueta – da brauchen ich noch die Bestätigung für Dienstag. Mal sehen, was ich morgen und Samstag an Unsinn treiben kann. Ich hoffe, mir fällt etwas ein……

Abenteuer Reisen III – Aeropuerte Jorge Newbery Buenos Aires

Irgendwie habe ich gerade die Flugseuche am Hacken. Mein Flug AR 1410 Aerolineas Argentina wurde erst verschoben und jetzt gecanceled. Ich werde jetzt statt um 16.10, erst um 20.45 abheben. Falls ich abhebe.

Was aussieht wie ein Spielautomat, ist die Anzeige der anstehenden Flüge am Flughafen Jorge Newbery in Buenos Aires. Was rot blinkt sind die abgesagten Flüge, Sieht irgendwie nicht gut aus.

Auch hier bestätigt sich, dass Flughäfen einfach nur langweilig sind. Mal sehen, der Flughafen liegt direkt am Rio de la Plata. Wenn ich später das Gepäck aufgegeben habe, setze ich mich mit einem Bier ans Ufer. Obwohl hier schon ein paar merkwürdige Gestalten rumlaufen..

Noch ein paar Bilder von heute vormittag, rund um die Plaza Italia. Zunächst mein Lieblingsstraßen Cafe. Nette und lustige Bedienungen, hin und wieder kommt auch ein anderer EXtraniero vorbei.

Milchkaffee für 1,2€. Da kann man sich nicht beklagen.

Und noch ein paar Impressionen rund um Plaza Italia. Mein neuer Freund mit dem freundlichen Lächeln und der schönen gelben Farbe sitzt im übrigen auf einem umgedrehten Auto. Zuordnung mache ich später.

Gegen 18 Uhr Ortszeit hatte der liebe San Martin dann ein Einsehen und ich konnte mein Gepäck aufgeben. Nach dem ich nicht mehr wie ein Packesel rumlaufen mussste, bin ich dann tatsächlich noch dazu gekommen mal an das Ufer des Rio de la Plata zu gehen. Ernsthaft, das ist kein Fluß, dass ist eine riesige Meeresbucht, die bis Buenos Aires und zur gegenüberliegenden Stadt Montivideo in Uruguay reicht. Bilder gibt es später, die Internetleitung hier ist auf dem Stand eines 256Kb Modems aus den 90ern.

Embaraer 190. Bin ich noch nicht geflogen. War aber in Ordnung.
Ich kann nur spekulieren. Ich tippe aber darauf, das Rezept stammt aus Nordkorea.

Buenos Aires – Endlich ein Steak

Heute sah es erst einmal nicht gut aus für Outdoor Aktivitäten. Es hat bis ca. 13 Uhr Ortszeit erst einmal tüchtig geregnet. Ich weiß nicht, ob das normal ist, aber Buenos Aires liegt ja an einer großen Bucht/Fluß, dem Rio de la Plata, der direkt in den Atlantik mündet. Ich kann mir vorstellen, da wechselt das Wetter mitunter auch schnell.

Insofern haben die dann da oben auch den Hahn zugedreht und ich konnte raus.

Ich habe mal wieder den ÖPNV getestet. Dieser ist ähnlich gut organisiert und strukturiert wie in Rio de Janeiro. Man kauft ein Karte, lädt diese auf, legt sie auf einen Lesegerät an einem Drehkreuz und kann durchstarten. Weder Morlocks, noch Trolle. Auch Harry Potter war nirgends zu sehen. Vermutlich andere Station.

Nein liebe Frau, ich will kein Upskirting machen. Ich bin Tourist und fotografiere die Metro.Du kannst von mir aus tot umfallen. Dumme Schnepfe.
Hier kann man das Guthaben aufladen und auch sehen, wieviel noch auf der Karte ist.
Malfalda ist hier sehr populär, es gibt sogar eigene Malfalda Shops. Übersetzt in etwa. Schau mal die Welt, Die ist schön, nicht? Weißt Du warum sie so schön ist? Weil es ein Modell ist. Die echte Welt ist ein Desaster.
Am Plaza de Mayo treffen sich einige Metro Linien. Man kann hier unterirdisch lange laufen, Vermutlich rund um die Platzgrenzen. von einer Linie zur anderen.
Erinnert sehr stark an jede x-beliebige U-Bahnlinie abends in Deutschland.
Ich wollte hier nicht den ultimativen Touri geben und mich direkt vor ihn stellen. Aber das verwaschene Bild in Schwarz rechts ist ein Musiker mit Gitarre, und der hat richtig guten Sound in der Metro gemacht.

Gefahren bin ich von Plaza Italia zum Plaza de Mayo. Ungefähr 10 Stationen, sehr entspannt. Ich hatte die Karte mit 120 Peso aufgeladen. Als ich den Stand bei der Rückfahrt geprüft habe waren es 120,01 Peso. Inflation? Fotoroboter aus Lissabon? Who knows?

Der Plaza de Mayo ist der zentrale Platz in Buenos Aires, hier finden auch Demonstrationen statt und es gab Zeiten, da hat das Militär hier einfach mal 200 Leute platt gemacht. Ganz platt, per Luftangriff. Es befindet sich hier auch das Grab von Herrn San Martin. Eine Art Wandergeselle in Militaria, ein unruhiger Geist, der sich nicht richtig entscheiden konnte, ob er links oder rechts von den Anden bleiben soll. Das mit den Spaniern war ihm auch zu kompliziert, und er ist daher für die Unabhängigkeit Perus (zusammen mit Bolivar), Chiles und Argentiniens wesentlich mitverantwortlich. Darüber hinaus gibt es aber auch noch viele andere wirklich sehenswerte Gebäude und ich bin Dirk Gentleys Vorschlägen gefolgt, dass das Ziel eigentich egal ist, solange der Weg der richtige ist.

Cathedral in Buenos Aires. Kirche und Grabesstätte des Nationalhelden San Martin.
Mal den Blick nach oben werfen, auch imposant.
Die beiden Herren links und rechts sind keine Figuren. Vermutlich werden sie bei Schichtende mit der Sackkarre rausgefahren Jedem Normalsterblichen würde nach einer halben Stunde das Blut unterhalb der Kniekehlen stehen. Tatsächlich soll dies das Grab von San Martin sein. Ich denke er ist froh, wenn es Sonntag ist und keine Touristen kommen. Dann hat er mal wirklich Ruhe.
Raffiniert diese Morlocks, hier versuchen sie es mit Leuchtreklame und der Verfälschung einer weltweit bekannten Kette für Baguettes. Respekt. Hat aber auch nicht geholfen. Drinne keine Morlocks.
Keine Ahnung was das genau ist, es wirkt aber fremd. Momentan offenbar ein Parkhaus. Irgendwie mexikanisch. Nicht so bomabstisch wie alles drumherum. Irgendwie einzig. Ich konnte aber nicht herausfinden, was es damit auf sich hat.
Mein Smartphone gibt das leider nicht her. Aber über alle Straßen habe ich 18 Spuren gezählt. Die Straßen in Buenos Aires sind richtig breit. Es soll sogar welche mit 40 Spuren geben.
Idealerweise befindet sich die korrespondierende Gewerkschaft direkt gegenüber, auf der Staßenseite von der ich das Foto mache.
Im Gegensatz zur Innenstadt von Rio de Janeiro gibt es hier sogar Nebenstraßen ohne viel Trubel. Ein Brasiliner würde sich vermutlich beschweren.
Auch wenn ich es nicht beweisen kann. Es muss in meinem Pass einen Eintrag geben – finde die Deutsche Evangelische Gemeinde in Buenos Aires. Vermutlich mit unsichtbarer Tinte geschrieben.
Bingo. Bitte meinen Preis rüberrecichen.
Zahnstocher, beeilen, gleich wird die Ampel für die Autos grün. Hurry up
Der Marineklub Ende des 19ten Jahrhunderts. Für Offiziere, denen ihre Ehefrauen noch nicht gezeigt haben, woher der Wind weht.
Kennt doch jeder
So ein schönes Gebäude und dann Starbucks. Fuck off.
Ein Ort der Ruhe in Buenos Aires. Obwohl mitten in der Stadt gelegen. Man kommt dort rein und denkt man ist in einer anderen Welt. Sehr zu empfehlen.
Hier kommen auch Suesse auf ihre Kosten. Spenden bitte an das Kalauerkonto des SWR

Und dann war es endlich soweit – mein Steak. Im Rückblick betrachtet muss ich sagen dieses In-Viertel Palermo ist eine Marketingaktion, bei der man ausländischen In-Gästen durchschnittliche Qualität und schlechten Service für drastisch überhöhte Preise andreht. Für mein fantastisches Steak, mit einem hervorragenden Brandy danach habe ich halb soviel bezahlt, wie ich es hätte in Palermo, wenn ich dort überhaupt bedient worden wäre. Und das direkt am Plaza de Mayo. Ohne ein Wort Englisch reden zu müssen.

Zu empfehlen. Offenbar auch eine Kette, die mehrere Filialen in Buenos Aires hat.

Noch ein paar Fotos mit Abendlicht. Dann zurück per Metro nach Palermo. In einer Straßenkneipe an der Avenida Santa Fe habe ich dann noch zwei junge Damen aus Großbritannien getroffen, die mir ob der Bereitschaft meine Erfahrungen als langjähriger Buenos Aires Reisender mit ihnen zu teilen, wohl noch lange gedenken werden.

Zahnstocher II

Feria San Telmo

Es regnet gerade in Buenos Aires, ziemlich heftig sogar. Ich hoffe es wird nachher nicht unerträglich schwül. Hier ist es jetzt 11:32, daher habe ich mir einen Kaffee gemacht und starte meine Zeitreise.

Mercado heißt eigentlich Markt, so ein Markt wo man Gemüse, Früchte und so bekommt. Ein Markt mit Kunstgegenständen, Antiquitäten oder solche die sich dafür halten, heißt Feria.

Einer der weltweit schönsten Märkte ist die Feria San Pedro Telmo in Buenos Aires. Am letzten Sonntag, der Markt findet immer Sonntags statt, war ich dort.

San Telmo ist zentral gelegen und ein kleiner Platz um den sich schöne alte Häuser gruppieren. In den von diesem Platz abgehenden Straßen befinden sich Galerien, Werkstätten und Ateliers. Man kann in diese Häuser gehen, diese haben einen großen mitunter nach oben offenen Innenhof und viel Zimmer, in denen die jeweiligen Schätze ausgestellt sind.

Bei einigen der Ausstellungsstücke würde man eher vermuten, hier wurde schon seit Jahren nicht mehr aufgeräumt, aber offenbar gibt es buchstäblich für alles Käufer. Wirklich für alles….

Von diesem Platz geht eine zentrale Straße ab – La Defensa – diese geht bis zum Hauptplatz von Buenos Aires – dem Plaza de Mayo. Ungefähr 3 Kilometer. Sonntags, wenn die Feria San Telmo stattfindet, werden dann auch links und rechts auf den Straßenseiten von La Defensa Stände aufgebaut und alle möglichen Dinge verkauft.

Für San Telmo selbst besteht die Bedingung, dass nur Dinge vor 1970 und ausgewiesene Kunstgegenstände verkauft werden dürfen. Das wird aber flexibel gehandhabt. Auf La Defensa finden sich dann aber durchaus auch die üblichen Produkte, wie T-Shirts, Gürtel, Sonnenbrillen, aber auch alles möglich andere.

La Defensa und der Platz San Telmo sind pflastertechnisch irgendwie noch in der Kolonialzeit stehen geblieben. Flip-Flops werden wohl ungefähr eine halbe Stunde durchhalten. Offene Sandalen länger, aber dann am Abend mehr blaue Flecken als heile Haut aufweisen. Festes Schuhwerk ist angesagt.

Ab 18 Uhr werden die Stände abgebaut und ab 20 Uhr fangen die Einheimischen dann an auf dem Platz Tango zu tanzen. Erst ein paar Profis, um die Stimmung festzulegen, dann die breite Menge, ca. 20 Paare, das hat durchaus etwas sehr romantisches. Auch wenn die Paare meist etwas betagter sind.

Was auch hier betrüblich stimmt sind die Leute, die um Unterstützung bitten. Ich bin ca. 20 mal direkt oder indirekt angesprochen worden. Die Männer kommen meist mit einem Paket Taschentücher und bitten direkt um einen Kauf. Das macht Sinn, beide Seiten wahren ihr Gesicht. Er verkauft etwas, ich kaufe etwas. So ist das keine Bettelei, sondern ein Geschäft. Die Frauen, und leider auch Kinder, ab ca. 6 Jahren legen billige Kulis oder Klebebilder auf den Tisch. Die kann man dann auch gegen einen kleinen Obulus erwerben oder wenn nicht, sammeln die Frauen und Kinder ihre „Ware“ kommentarlos wieder ein.

Vormittags um 10:00. Noch nicht viel los. So richtig voll wird es gegen 12 Uhr. Leerer so ab 18 Uhr
Mate Becher, das argentinische Nationalgetränk, neben Bier und Wein. Muss ich noch kaufen.
Bestimmt ein super toller Spielplatz.
Seitenstraße von San Telmo
Mein absoluter Lieblingsstand. Ich hätte gerne den kleinen runden Freund rechts vorne mit nach Hause genommen. Der war aber leider schon verkauft. Ich habe dann den Fisch hinten genommen. Ich hoffe, er überlebt den Transport und es ist ihm in Deutschland nicht zu kalt.
Das ist keine Stangenware. Man sieht, das sind Leute mit Fähigkeiten und Begabung, die hier ihre Kunstwerke präsentieren.
Musikalische Begleitung gibt es auch. Und auch hier – der klampft nicht, der kann das und macht das mit Stil und Leidenschaft.
What the fxkjgl. Nebenstraße. Hofbräuhaus hätte ich ja noch verstanden. Aber UNTERTÜRKHEIM.?
Innenhof in einem Gebäude
Rund um den Platz sind viele schöne Gebäude.
Ab 18 Uhr wird abgebaut. Sehr organisiert. Die Standbetreiber räumen ihre Gegenstände in Bananenkisten. Dann kommen Jungs vom Martkbetrieber und bringen diese mit Sackkarren weg. Der Technik nach, den immer gleichen Handgriffen, gibt es dafür Schulung. Die Stände selbst werden dann auch von den Jungs abgebaut und in angrenzenden Gebäuden gelagert.
Trommelband. Die machen einen richtig mitreißenden Sound. Das macht richtig Spaß und ist richtig laut.
Die Konkurrenz kommt, gleich gibt es ein Duell.
La Denfensa. War mir etwas zu voll und zu eng.
Tango beginnt. Leider hat die Kamera in meinem Smartphone mit den unterschiedlichen Lichtquellen Probleme gehabt. Ich hoffe aber, die Stimmung kommt etwas rüber.
Gegen 22 Uhr. langsam leert es sich. Die Tänzer tanzen aber noch. Ich mache aber mal den Abgang.

Ich habe verschiedene Dinge auf dem Markt gekauft. Ich muss mich da bremsen, sonst muss ich einen eigenen Cargo Transporter für den Rückflug mieten. Meinen skurillen schuppigen Freund von hier:

Und dann noch das schönste überhaupt

Ich bin noch ganz fassungslos, dass ich das besitzen darf.

Buenos Aires – Stadtteil Palermo -Impressionen

Gestern gab es leider keinen Blockeintrag, da mich ein akuter Energiemangel befallen hat. Dem konnte ich erst heute mit Öffnung der Geschäfte am Montag begegnen. Meine zweipoligen runden Stecker passen definitiv nicht in die eckigen dreipoligen Steckdosen in Argentinien. Auch mein dreipoliger runder Adapter wollte absolut nicht passen.

Um den abzuhelfen gibt es hier Ferreterias – Eisenwarenhandlungen, dort gibt es Schlösser, Beschläge, Schrauben eben auch Elektrokleinartikel wie Adapter. Im Umkreis von 200 Meter um mein Apartment gibt es alleine drei Ferreterias. Da ist also Bedarf. Das sind kleine Läden, keine Baumärkte

Thames 2363

Gekostet hat mich mein neuer Schatz 60 Reales, ca. 90 Cent.

Ich bin dann ein wenig in der Nachbarschaft spazierengegangen. Zunächst Geld wechseln. Es ist hier – im Gegensatz zu Brasilien- jeder zweite Geldautomat bereit Bargeld zu liefern, die Gebühren sind allerdings exorbitant. Bis zu 9 Euro Gebühr für 2000 Peso. Ich habe mich dann entschlossen etwas von meinem sorgsam gehüteten Bargeldvorräten aufzubrauchen. Und es war wieder erstaunlich. Draussen stand noch für jeden Euro gibt es 63 argentinische Peso, drinnen waren es dann schon 73. Die Inflation überholt mittlerweile sogar die Anzeigen der Wechselstuben.

Dann habe ich mir ein kleines Frühstück an der Avenida Santa Fe gegönnt. Das ist eine große Verkehrsstraße, die für mich ein wenig als Orientierungspunkt dient. Drei Tost, Milchkaffe und ein Fingerhut Orangensaft für 230 Peso. Etwas mehr als 3€. Dann noch 20 Peso Trinkgeld.

Die nebenan gelegenen Metzgerei hatte wohl gerade Abholtag. Hier werden die nicht verwertbaren Fleischabfälle auf die offene Ladefläche geworfen. Andere Länder, andere Sitten.

Generell empfinde ich Buenos Aires aber als sehr saubere Stadt, organisiert und nicht so chaotisch wie Rio. Das mag auch der Geographie geschuldet sein, da sich Rio ja an den Hügeln und Bergen orientieren muss. In Buenos Aires sind die Straßenzüge im Schachbrettmuster anglegt. Wie in Rio ist es aber in Buenos Aires der Fall, dass die meisten Straßen, auch wenn zweispurig, Einbahnstraßen sind. Das erleichtert die Übersicht deutlich, da man sich nur in einer Richtung um den Verkehr Sorgen machen muss.

Hier ein paar Straßenimpressionen. Innerhalb von 1 Stunde habe ich drei mal Leute gesehen, die mit bis zu 10 Hunden unterwegs gewesen sind. Entweder ist die Nachbarschaftshilfe hier sehr groß oder das ist eine Verdienstmöglichkeit

Ich bin dann auch mal in ein Shopping Center. Generell mag ich Shopping nicht so. Wollte aber mal schauen, wie es hier so ist. Und die Mall war wirklich riesig, schon fas chinesische Dimensionen. 4 Etagen hunderte Geschäfte, allerdings die üblichen Global Brands, Samsung, Levis, Zara, Daniel Hechter. Die Preise sind nur geringfügig unter denen in Deutschland, da frage ich mich schon, wer sich das dort denn leisten kann.

Einen Birkenstock Laden habe ich in Deutschland noch nie gesehen, in Buenos Aires gibt es so etwas

Dann zurück auf die Straße, die Ampelmännchen sind hier Rot oder Weiß

Mein Orientierungspfad – Avenida Santa Fe

Schöne Häuser gibt es hier auch

Ein Kinderkrankenhaus

Der Tod eines Baums. Wer gerne mit Kettensäge verreist ist gerne gesehen.

Ein Selbstbedienungsladen für Früchte und Gemüse

Und universelle Läden:

Schuhreparatur, Kleidungsreparatur, Gepäckreparatur, chemische Reinigung – alles in einem.

Ein Taxi in Buenos Aires zu bekommen ist denkbar einfach. Taxi haben auf Windschutzscheibe der Beifahrerseite ein markantes Lichtsymbol. Rot bedeutet belegt, rot-weiß heißt verfügbar. Einfach an den Straßenrand stellen und das nächste Taxi mit rot-weißem Lichtsymbol über Arm herausstrecken herbeirufen. Auch günstig. Die Strecke von Palermo zur Feria San Telmo – ca. 8 Kilometer – 3,5€.

Auch wenn Argentinien für seine Weine weltbekannt ist, wird hier im Alltag überwiegend Bier getrunken. Die Auswahl ist riesig. Es gibt hier auch richtig große Flaschen a 1 Liter

Fleisch gibt es natürlich auch. Nicht zu knapp

Später gegen Abend, die Hitze über Mittag habe ich gerne in meinem klimatisiertem Apartement verbracht, bin ich dann noch einmal raus. In den Straßen Goritti, Fitz Roy sollte es nach den Angaben meines Vermieters viele Restaurants und nette Brauereien geben. Tatsächlich ist Craft Beer auch in Buenos Aires ein Trend. Ich habe mit dann ein Waldbier und ein Bier mit Kakao Geschmack gegönnt. Nicht unbedingt lecker, aber interessant.

Bushaltestelle gegenüber der Craft Beer Kneipe

Da ich Hunger hatte, habe ich dort gefragt, wo ich denn leckeres Argentinisches Steak bekommen könnte. Man hat mir die Calle El Salvador und Las Cabras empfohlen. Ein absoluter Tiefpunkt. Ich habe höflich gefragt, ob der Platz, den ich haben wollte frei ist, das wurde auch bestätigt. Dann kam nach 5 Minuten eine Servicekraft und hat eine Kerze auf meinen Tisch gestellt, dann wurde ich 20 Minuten komplett ignoriert. Das Restaurant war zu dieser Zeit wenig voll, nur wenig Gäste. Diejenigen die kamen wurden jedoch zeitnah bedient. Ich saß da wie ein Idiot, komplett ignoriert und auch als ich zwei Mal darauf hingewiesen habe, ich möchte gerne etwas Essen und Trinken, wurde ich weiter ignoriert. Ich habe einen guten Eindruck von Buenos Aires, nette Leute, offen und sympathisch. Aber das war so eine Anti-Gringo Attitüde, die mir wohl noch mal ein paar Mal in Südamerika bevorsteht.

Las Cabras, Fitz Roy 1795, C1414 CABA, Buenos Aires – nicht zu empfehlen.

Ich bin dann 100 Meterweiter auf die andere Straßenseite, in ein mexikanisches Restaurant. Etwas bizarr, man geht in Buenos Aires zum Mexikaner, weil man in argentinischen Restaurants nichts bekommt. Es war aber sehr lecker, ich Leute waren locker und gut drauf und ich habe mein Geld gerne dort gelassen.

Lupita, Olga Cossettini 1091, C1107CEA CABA

Als nächstes reise ich dann in der Zeit zurück, und präsentiere einen der schönsten Märkte der Welt La Feria San Pedro Telmo.

Abenteuer Reisen II – Das Grauen hat einen Namen: AZUL LINHAS AEREAS BRASILEIRAS S.A. – unterwegs nach Buenos Aires

Die Weiterreise von Rio de Janeiro hatte ich schon lange vorher gebucht. Mit: AZUL LINHAS AEREAS BRASILEIRAS S.A.. Irgendwann im September war das, über das Buchungsportal Opodo. Vom stadtnahen Flughafen in Rio de Janeiro – Santo Dumos – nach Belo Horizonte und dannn gemütlich nach Buenos Aires.

Generell müssen alle möglichen Zusatzleistungen bei südamerikanischen Airlines extra hinzugebucht werden, aufzugebendes Gepäck, Sitzplatz, teilweise sogar Handgepäck – you name it.

Das geht auch bei allen südamerikanischen Airlines ohne große Probleme, Avianca aus Kolumbien, LATAM, SKY -alles kein Problem, man ruft die Webseite auf, gibt den Buchungscode ein, zahlt mit der Kreditkarte und fertig.

Nicht so bei den Mastes of Desaster von AZUL.

Ich hatte schon im Vorfeld versucht das Aufgabegepäck zu buchen, bin aber nach ein paar Minuten immer gescheitert und hatte mir gedacht – machst es halt kurz vor der Reise.

Das habe ich dann auch 7 Tage lange versucht vor Abflug. Mal war nur zusätzliches Handgepäck buchbar, mal kein Gepäck, mal wurde die Buchungsnummer nicht gefunden und ich wurde aufgefordert meine CFP – meine brasilanische Sozialversicherungsnummer einzugeben. Einmal hatte ich es sogar fast geschafft, ich konnte Aufgabegepäck buchen, meine Kreditkartendetails angeben und dann ist was passiert – NICHTS. Der Button „Proseguir“ – „Weiter“ blieb hartnäckig ausgegraut. In der App von crazy fucking stupid AZUL wird ein Buchungscode generell nicht angenommen. Es gibt noch die theoretische Möglichkeit mit TurboAzul einen Mitgliedschaftsstatus zu erwerben – nur was benötigt man dafür- richtig, die CFP………….

Vermutlich als Hinweis auf die sprachlichen Anforderungen wird man in den Buchungsseiten auch immer wieder auf Seiten, die nur auf brasilanisch verfügbar sind umgeleitet.

Was macht man dann – man schickt 5 Tage vor Abflug über das Webformular eine Anfrage an Azul Shitty Airlines. Und erhält zwei Tage vor Abflug dann eine do-not-Reply Nachricht, dass man leider nicht helfen könnte und man sich bitte an die brasilianische Hotline wenden solle. Gesagt getan, einen Tag vor Abflug. Man landet dann in einem Customer Service Center, der der Geräuschkulisse nach im Opening Event des aktuellen Hells Angels World Run angesiedelt ist . Auf Nachfrage, soweit verständlich, man müsste halt den ohrenbetäubenden Lärm einfach akzeptieren.

Die Möglichkeit für einen Online Check in ist in Kambodscha, Laos eventuell gegeben, aber nicht bei AZUL, jedenfalls nicht mit meinem Buchungscode, da Marvin, der depressive Roboter aus Douglas Adams „Per Anhalter durch das Universum“ offenbar die Leitung der AZUL IT übernommen hat.

Ich habe hier dann einfach aufgegeben und mit Aerolineas Argentinas einen anderen Flug gebucht. NEVER BOOK OR FLY WITH AZUL LINHAS AEREAS BRASILEIRAS S.A. Der zweite Low Cost Carrier in Braslien GOL, soll auch nicht besser sein.

Bedauerlicherweise fliegt man dann halt auch vom internationalen Flughafen in Rio, wieder früh aufstehen. Im Urlaub. Generell sind Flughäfen weltweit wohl eine eigene Lebensform, nichtssagend, mit viel Nippes und Öde. Bemerkenswert aber, dass Milka und Kinderüberraschung hier einen herausgehobenen Wert haben, ganze Regale nur mit Produkten dieser beiden Marken.

Bayrische Nüsse, Made in Brazil – was will mir das sagen?

Aerolineas Argentinas ist erfrischend unkompliziert, Online buchen, Check-In, Gepäck zubuchen – eines Sache von 10 Minuten, bei AZUL habe ich dazu erfolglos Stunden verbracht. Ältere Flugzeuge, aber alles unkompliziert, auch der Boarding Prozess. Und wenn man kurz vorab ein teueres Ticket erworben hat, hat man auch Zugang zur GOL Lounge. Nicht weiter erwähnenswert. Labbrige Sandwiches, bisschen Kuchen. Kein Vergleich zur Businesslounge in Lissabon oder gar in Frankfurt.

In Argentinien angekommen durfte ich dann die intensivste Befragung und Durchsuchung meines Lebens erfahren. Die haben jede Tube aufgemacht, jeden Deckel aufgeschraubt, mich immer wieder gefragt, zu zweit und zu drittt, was ich in Argentinien mache, was mein Beruf ist, wieviel Geld ich dabei habe usw. Dafür war vermutlich die grüne Fabe des Reisepasses verantwortlich. Nachdem ich irgendwann glaubhaft versichern konnte, niemanden names Zaphod Beeblebrox zu kennen und auch nicht die Absicht habe in Argentinien die Herrschaft der 6ten Internationalen gewaltsam herbeizuführen, durfte ich nach ca 1,5 Stunden gehen.

Der Fahrer, der mit vom Apartement vermittelt wurde hat tatsächlich auch noch gewartet. Oskar ist eine coole Socke und es war ein nettes Erlebnis danach einfach mit ihm zu plaudern, warum er River Plate mag, Boca Juniors aber nicht. Vielen Dank an meine Lehrerinnen der Sprachschule Hola aus Bad Cannstatt. Ich habe viel gelernt und auch wenn mir noch ein paar Vokabeln fehlen, die Leute verstehen mich hier und ich sie.

Ich bin hier im In-Viertel im Zentrum untergekommen, Palermo – oder Palermo Hollywood , auch liberal, viele Regenbogenfahnen. Es ist auch chillig hier, viele kleine Bars und Cafes, nette Restaurants. Was ein bisschen betrüblich stimmt, sind die vielen Leute, die um Untertsützung und Geld fragen, durchaus auch junge Leute, die auf ihr äußeres Wert legen. Die ökonomische Krise ist hier wohl heftig.

Ich bin nach dem Check-in im Apartement dann auch noch ein wenig durch die angrenzenden Straßen gelaufen und bei einem Straßenmarkt gelandet. Viel selbsbgemachtes Kunsthandwerk, habe noch einen eher mittelmäßigen Burger gegessen und den Tag ausklingen lassen.

Mal nachrechnen, sind glaube ich 4,5€ für ein Kilo argentinisches Roastbeef. Heute noch einmal nachgerechnet, mit den aktuellen Wechselkursen, sind wohl eher 3,8€